George Clooney: Knockin' on Heaven's Door

George Clooney: Knockin' on Heaven's Door
In einem neuen Werbespot ist es der Himmel auf Erden für George Clooney: Designersofa, fluffige Wolken, Jungfrauen, die wie Bond-Girls aussehen. Jeder darf seine eigene Kaffeemaschine mitbringen und den ganzen Tag Espresso trinken.

Bei den Indianern geht die Seele nach dem Tod in die ewigen Jagdgründe ein – eine zauberhafte Gegend, in der edle Tiere weiden und alle Menschen gleich sind. Der Islam ist auch ziemlich präzise: In seinem Paradies sitzen die Erlösten auf kostbaren Teppichen, essen von goldenen Tellern, umgeben von schönen Jungfrauen. Und für das Säbelzahneichhörnchen Scrat in den „Ice Age“-Filmen hängt der Himmel voller leckerer Haselnüsse.

Verglichen damit stehen wir Christen ein bisschen im Regen. Will sagen: die Auskünfte über das, was uns dereinst erwartet, sind spärlich; eigentlich wissen wir nur, dass es etwas mit einem Zustand der Glückseligkeit zu tun hat und der Anschauung Gottes.

Kein Wunder, dass jeder von uns sich so sein eigenes Jenseits ausmalt – und dass diese Vorstellungen nicht unbedingt das sind, was man theologisch abgesichert nennen würde. Die Firma Nestlé hat jetzt einen interessanten Vorschlag gemacht. Der Himmel in ihrer neuen Nespresso-Werbekampagne sieht aus, als wäre er von Richard Meier entworfen, dem großen Weißmacher unter den zeitgenössischen Architekten. Es gibt ein Designersofa, fluffige Wolken, wir begegnen den Jungfrauen wieder, die hier wie Bond-Girls aussehen. Verwaltet wird das Ganze von John Malkovich, der seinen besten süffisanten Gesichtsausdruck trägt. Man kann seine eigene Kaffeemaschine mitbringen und den ganzen Tag Espresso trinken, muss aber nicht aufs Klo. Und wenn wir Glück haben, liebe Damen, begegnen wir George Clooney.

Deal or no deal?

Der hatte allerdings Pech. Es ist nämlich ein Konzertflügel auf ihn draufgefallen, gerade, als er sich diesen schicken Coffeemaker gekauft hatte und aus der Nespresso-Filiale auf die Straße getreten war. Man sieht nicht genau, wo das Klavier herkommt, kann eigentlich nicht aus dem Fenster gefallen sein. Vielleicht hat Malkovich, der himmlische Türsteher, es runtergeschmissen. Der ist nämlich auf die Maschine scharf, das sieht man gleich, wenn Clooney bei ihm ankommt, mit der Einkaufstüte. "It’s not my time", meint Clooney ein bisschen verlegen: Ich bin noch nicht dran. Unter Umständen, bedeutet Malkovich mit schrägem Blick auf die Shopping Bag, könne man ja zu einem Arrangement kommen. Und jetzt sind Sie gefragt: Soll unser Star hart bleiben? Oder wird es einen Deal geben?

Egal, wie das dann ausgeht - so einen Spot kann man jedenfalls nur mit George Clooney machen. Denn der ist sowieso schon ein bisschen entrückt. Mehrfacher Gewinner des Titels "sexiest man alive", Inhaber so distinguierter Auszeichnungen wie "begehrtenswertester Junggeselle" und "bestangezogener männlicher TV-Star", auch auf die Liste der "50 schlauesten Leute in Hollywood" hat er es geschafft.

Der Mann sieht nicht nur gut aus, er ist ein Liberaler, der die richtigen Filme macht und sich für die Menschenrechte engagiert. Kein Wunder, dass sie den da oben gerne hätten. Stellen Sie sich mal vor, Brad Pitt hätte geklopft, "Der-Mann-der-Jennifer-Aniston-verlassen-hat". Oder Tom Cruise - bitte nebenan klingeln? Okay, ich weiß, dass sie bei uns alle nehmen, das ist ja auch ein schöner Zug. Aber im Himmel des Superstardoms hat Mr. Clooney immer einen besonderen Platz.