DGB kritisiert erneut geplante Ausnahmen beim Mindestlohn

Kampagne für Mindestlohn ohne Ausnahme

Foto: dpa/Hannibal Hanschke

DGB kritisiert erneut geplante Ausnahmen beim Mindestlohn
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bekräftigt seine Kritik an den geplanten Ausnahmen beim Mindestlohn.

"Der gesetzliche Mindestlohn ist als unterste Anstandsgrenze ein wichtiger Baustein gegen Lohndumping", erklärte DGB-Chef Reiner Hoffmann am Montag in Berlin vor einer Expertenanhörung im Bundestag zu dem geplanten Gesetz. "Er darf nicht zerschossen werden durch immer neue Ausnahmen für diejenigen, die am lautesten jammern."

Hoffmann reagierte damit auf die Einigung von Union und SPD, weitere Ausnahmen beim Mindestlohn für Erntehelfer, Zeitungszusteller und Praktikanten zuzulassen. "Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns ist eine historische Sozialreform", sagte Hoffmann. Leider hätten mächtige Lobbygruppen das Mindestlohngesetz durchlöchert. Der DGB lehne weiterhin jegliche Ausnahmen ab.

Der von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) geplante Mindestlohn soll am kommenden Donnerstag vom Bundestag verabschiedet werden. Die gesetzliche Lohnuntergrenze von 8,50 Euro pro Stunde soll ab 2015 flächendeckend gelten. Ausnahmen sind auch für Auszubildende, Jugendliche unter 18 Jahren, Langzeitarbeitslose und bestimmte Branchen, für die ein Tarifvertrag mit niedrigeren Löhnen gilt, geplant.

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