Nach Erdrutsch in Afghanistan: Helfer stellen Rettungsarbeiten ein

Nach Erdrutsch in Afghanistan: Helfer stellen Rettungsarbeiten ein
Tagelange Regenfälle haben im Norden Afghanistan eine gewaltige Schlammlawine ausgelöst - 2.500 Dorfbewohner wurden verschüttet. Am Sonntag gaben die Helfer die Hoffnung auf und stellten die Rettungsarbeiten ein. Nur acht Menschen überlebten.
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Nach dem verheerenden Erdrutsch in Afghanistan haben die Rettungskräfte am Sonntag die Suche nach weiteren Überlebenden aufgegeben. Trotz fieberhafter Arbeit hätten die Helfer am Samstag lediglich die Leichen einer Frau und eines Kindes gefunden, wie der afghanische TV-Sender Tolo News berichtete. In der bergigen Provinz Badachschan war am Freitag nach heftigen Regenfällen ein ganzes Dorf unter einer Schlammlawine begraben worden. Die Behörden rechnen mit mindestens 2.500 Toten, lediglich acht Menschen konnten lebend geborgen werden.


"Wir haben versucht, sie zu retten, doch die Schlammschicht ist mehr als 50 Meter dick", sagte Provinzgouverneur Shah Waliwallah Adib. Rettungskräfte hatten in dem Dorf westlich der Stadt Faisabad mit Schaufeln und anderen einfachen Geräten nach Überlebenden gesucht. Doch es fehlte an Maschinen und Gerätschaften, um Erde und Steine schnell abzutragen. Afghanistans Präsident Hamid Karsai erklärte den Sonntag zum nationalen Trauertag für die Opfer des Unglücks.

In einem Beileidstelegramm an Karsai äußerte sich Bundespräsident Joachim Gauck bestürzt über die Katastrophe. "Die Bilder der verheerenden Zerstörungen durch die Schlammlawinen im Nordosten Afghanistan haben mich sehr betroffen gemacht", schrieb Gauck und drückte den Angehörigen der Toten sein Mitgefühl aus. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sicherte Unterstützung zu: "Die Bundesregierung steht in Kontakt zu den afghanischen Behörden und wird helfen, wo immer ihr dies möglich ist, um das Leid der Betroffenen zu lindern."

Hunderte Menschen sind nach der Katastrophe obdachlos und müssen bei den schlechten Wetterbedingungen und eisigen Nachttemperaturen in provisorischen Unterkünften ausharren. Indes wird befürchtet, dass es an der Katastrophenstelle im Pamir-Gebirge zu weiteren Erdrutschen kommt. Die bergige und wenig entwickelte Gegend ist gerade nach Regenfällen und der Schneeschmelze im Frühjahr schwer zugänglich. Badachschan grenzt an Tadschikistan, Pakistan und China. In der Provinzhauptstadt Faisabad unterhielt die Bundeswehr bis Oktober 2012 ein Feldlager.

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