EKD-Familienpapier: Mitautorin sieht Stärkung von Kindern

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EKD-Familienpapier: Mitautorin sieht Stärkung von Kindern
Die Soziologin Insa Schöningh hat das umstrittene EKD-Familienpapier als Dokument zur Stärkung von Kinderrechten verteidigt.

Sie sehe in der Orientierungshilfe "eher ein Verschieben des Fokus auf die Kinder", sagte die Expertin der in Berlin erscheinenden "tageszeitung" (Freitagsausgabe). Die Bundesgeschäftsführerin der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen widersprach der Kritik, das Papier sei ein Kurswechsel und werte die Ehe ab. Hinter "dem Leitbild Ehe darf das Kindeswohl nicht verschwinden", sagte Schöningh, die zu der Kommission gehörte, die das Papier verfasst hat.

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Dem Kindeswohl diene es nicht, wenn Eltern, die sehr zerstritten seien, zusammenbleiben. "Das ist wissenschaftlich eindeutig belegt", sagte Schöningh. Das normative Bild der Ehe könne nicht über den Menschen gestellt werden. Trotzdem bleibe die Ehe ein Leitbild, betonte die Expertin. In der im Juni veröffentlichten Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird gefordert, sämtliche Formen von Familie, also auch Patchworkfamilien und homosexuelle Lebenspartnerschaften, anzuerkennen und zu fördern.

Schöningh sagte außerdem, dass die Kritiker des Papiers eher Männer seien, während sich Frauen in Zuschriften zustimmender äußerten. Es sei ein Geschlechterkampf, der auf dem Feld der Familie ausgetragen werde.