Friedrich warnt vor Weiterverbreitung des Anti-Islam-Videos

Friedrich warnt vor Weiterverbreitung des Anti-Islam-Videos
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnt vor der Provokation von Islamisten in Deutschland durch die Weiterverbreitung des in den USA produzieren Anti-Islam-Videos.

"Dagegen muss man mit allen rechtlich zulässigen Mitteln vorgehen", sagte Friedrich dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Gruppen wie die rechtspopulistische Partei "Pro Deutschland" gössen "grob fahrlässig Öl ins Feuer" mit der Ankündigung, den Film öffentlich vorzuführen.

Wie der "Spiegel" berichtet, war der Angriff auf die deutsche Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum am Freitag offenbar eine Vergeltung für das Zeigen von Mohammed-Karikaturen in Berlin. Bereits am ersten Freitag im September hätten mehrere radikale Vorbeter in Khartum in ihren Predigten auf eine Demonstration der "Pro Deutschland"-Bewegung hingewiesen, bei der am 18. August in Berlin Karikaturen des Propheten vor drei Moscheen gezeigt worden waren. In ihren Gebeten hätten die Imame auch die Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts erwähnt, das Zeigen der Mohammed-Karikaturen zu erlauben.

Am Dienstag vergangener Woche hätten sich daraufhin mehrere islamistische Organisationen in Khartum getroffen und mit Verweis auf die Berliner Gerichtsentscheidung zu einer Demonstration vor der deutschen Botschaft aufgerufen. Das Bundeskriminalamt warnte laut "Spiegel" bereits am Vorabend der Attacke in Khartum vor Angriffen auf deutsche Einrichtungen.

Seit mehreren Tagen richtet sich gewalttätiger Protest in der islamischen Welt gegen ein in den USA produziertes Anti-Islam-Video. Mehrer Menschen kamen ums Leben. Bei der Erstürmung der deutschen Botschaft in Khartum war Feuer in dem Gebäude gelegt worden. Das Botschaftspersonal blieb nach Angaben des Auswärtigen Amtes unverletzt.

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