Aleviten planen Großdemo in Köln gegen Erdogan

Aleviten planen Großdemo in Köln gegen Erdogan
Mit einer Großdemonstration in Köln will die Alevitische Gemeinde Deutschland gegen den harten Umgang der türkischen Regierung mit regierungskritischen Demonstranten protestieren. Die Gemeinde rechnet mit 30.000 Teilnehmern bei der Kundgebung am Samstag, sagte Generalsekretär Ali Dogan am Mittwoch in Köln.

Der Politiker Gregor Gysi (Linke) habe seine Teilnahme zugesagt. Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sowie der Vize-Vorsitzender der IG Metall, Detlef Wetzel, hätten ihr Kommen in Aussicht gestellt. Die zentrale Kundgebung auf dem Kölner Heumarkt soll um 12 Uhr beginnen. Anschließend ist ein Demonstrationszug durch die Innenstadt geplant.

Die Demonstration unter dem Motto "Überall ist Taksim. Überall ist Widerstand" richtet sich gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und gegen massive Polizeigewalt. Dogan sagte, das Regierungshandeln der herrschenden AK-Partei von Erdogan sei nicht mehr demokratisch. Seit der Regierungsübernahme von Erdogan vor elf Jahren laufe eine schleichende Islamisierung.

Bei den Auseinandersetzungen in der Türkei, die Ende Mai mit dem Protest von Umweltaktivisten nahe dem Istanbuler Taksim-Platz begonnen hatten, sind bislang mindestens vier Menschen getötet worden. In vielen türkischen Städten gehen Demonstranten gegen den als autoritär empfundenen Regierungsstil Erdogans auf die Straße.

Die Aleviten sind eine Glaubensgemeinschaft, der etwa 15 bis 25 Prozent der Türken angehören. Ihre Lehre entstand im Mittelalter aus einer Mischung islamischer und nichtislamischer Einflüsse. Aleviten werfen der Erdogan-Regierung vor, sie an den sunnitischen Islam assimilieren zu wollen. In Deutschland leben etwa 500.000 Aleviten.

 

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