Berliner Platz erinnert an DDR-Volksaufstand

Berliner Platz erinnert an DDR-Volksaufstand
Ein bisher namenlose Fläche vor dem Bundesfinanzministerium in Berlin heißt seit Sonntag Platz des Volksaufstandes von 1953. Damit soll am authentischen Ort an den Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 erinnert werden, bei dem sich vor 60 Jahren mehr als eine Million Menschen in DDR gegen das SED-Regime erhoben. Das frühere Haus der Ministerien war als Sitz der damaligen DDR-Regierung eines der Hauptziele der Demonstranten in Ost-Berlin.

An der feierlichen Benennung des Platzes nahmen am Sonntag auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit SPD) teil. Ein Straßenschild sei ein Instrument gegen das Vergessen, erklärte Wowereit. Die Platzbenennung sei gegenüber den Akteuren des Aufstandes ein Zeichens des Respekts für ihren Mut und ihren Einsatz für Freiheit und Demokratie in der DDR.

Bischof Dröge würdigt 17. Juni 1953

Der Berliner Bischof Markus Dröge bezeichnete den 17. Juni 1953 als einen der großen Tage der deutschen Freiheitsgeschichte. Es habe lange gedauert, bis er wieder in den Fokus des öffentlichen Interessen gelangt sei, sagte er am Sonntag in einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Berliner Zionskirche.

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Dröge riet zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem damaligen Verhalten der Kirche. Sie habe bei dem Volksaufstand eine untergeordnete Rolle gespielt, weil sie nach den vorangegangenen massiven Verfolgungen durch die SED um ihre Existenz bangte und die Hoffung hatte, das Verhältnis zum Staat könne sich bessern.

Am Montag findet am Mahnmal des Volksaufstandes auf dem Friedhof Seestraße in Berlin-Wedding eine zentrale Gedenkfeier für die Opfer des 17. Juni statt. Dazu werden unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.