WWF: Mängel bei Hochwasserschutz seit Jahren bekannt

WWF: Mängel bei Hochwasserschutz seit Jahren bekannt
Angesichts historischer Höchststände beim Hochwasser in Ostdeutschland sieht die Umweltschutzorganisation WWF einen Teil der Schuld bei den Kommunen.

In den vergangenen Jahren sei vor allem auf bessere Vorhersagen und zu stark auf technischen Hochwasserschutz gesetzt worden, erklärte Georg Rast, WWF-Referent für Wasserbau und Hydrologie, am Mittwoch in Berlin. 

"Auf kommunaler Ebene herrscht beim Hochwasserschutz vielerorts noch egoistische Kleinstaaterei." Sanierte und erhöhte Deiche könnten im Einzelfall vernünftig sein, doch oftmals werde das Problem nur immer weiter in die Nachbargemeinden flussabwärts verlagert, kritisierte Rast.

Nach der Elbeflut 2002 hätten Bundesregierung und Länder zwar umfassende Hochwasserschutzprogramme initiiert. Aber auch mehr als zehn Jahre nach der Flut habe sich das Risiko kaum verringert. So habe der WWF (World Wide Fund For Nature) bereits 2007 in einer Studie den "egoistischem Hochwasserschutz" der Kommunen und unzureichende Prävention kritisiert.

Es sei zu wenig passiert, um der Elbe mehr Raum zu geben und das Schadenspotenzial in möglichen Überflutungsgebieten zu beschränken oder zu verringern, sagte Rast weiter. Jetzt sei die Bundesregierung gefragt. "Wir brauchen jetzt endlich die Weichenstellungen, um großflächige Rückhalteräume zu sichern", so der WWF-Experte.

"Nachhaltiger und effektiver Hochwasserschutz ist nun mal ein Generationenprojekt und nicht in zehn Jahren realisierbar." Die Spirale aus immer höheren Pegelständen in immer kürzeren Zeitperioden und den darauffolgenden Deichertüchtigungen sei ein Wettrüsten, das nicht gewonnen werden könne.

Die Elbe habe in den vergangenen Jahrzehnten über 80 Prozent ihrer natürlichen Überflutungsflächen und Auwälder verloren. Bereits 2007 habe der WWF belegt, dass alle geplanten und vorgenommenen Deichrückverlegungen an der Elbe zusammen nur ein Prozent der einstigen Überflutungsflächen ausmachen. Auen seien Wohnsiedlungen und Industrieanlagen gewichen oder würden intensiv durch die Landwirtschaft genutzt.

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