Zentralratsvize fordert "klare Konsequenzen" nach Judenwitzen

Zentralratsvize fordert "klare Konsequenzen" nach Judenwitzen
Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, fordert nach den antisemitischen Vorfällen im katholischen Würzburger Priesterseminar klare Konsequenzen.

"Ich erwarte, dass sich das Priesterseminar von den betroffenen Seminaristen trennt", sagte er in Würzburg dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Schuster sieht eine "gewisse Tendenz zur Verharmlosung". So habe der Seminarleiter bereits das Erzählen antisemitischer Witze bei mehreren Gelegenheiten eingeräumt, der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann habe hingegen von "einem Judenwitz" gesprochen.

Gesinnung lasse sich nicht ändern

Der in Würzburg lebende Josef Schuster, der auch Vorsitzender des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern ist, begrüßte ausdrücklich die Einsetzung einer externen Untersuchungskommission durch den Würzburger Bischof. Deren nun bekanntgewordene Zusammensetzung biete, "wenn sie rasch zu Werke geht", eine gute Chance für eine objektive Aufklärung.

Zweifel an den erhobenen Vorwürfen hegt Schuster nicht, insbesondere weil sie unabhängig von zwei Seiten erhoben worden seien. Die Gesinnung der betroffenen Seminaristen lasse sich weder durch Abbitte und Buße noch durch eine schriftliche Selbstverpflichtung ändern, sagte er.

Den Anschuldigungen zufolge sollen sich einige der derzeit 18 Seminaristen judenfeindliche Witze erzählt, nach dem gemeinsamen Abendessen nach einem "Neger" zum Abräumen gerufen und Musik der umstrittenen Band "Frei.Wild" gehört haben, der man rechte Tendenzen nachsagt. Auch von einer Feier anlässlich Adolf Hitlers Geburtstag am 20. April im Bierkeller des Seminars war die Rede - dieser Vorwurf hat sich bislang allerdings nicht erhärtet.

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