Studentenwerk fordert mehr Wohnheimplätze

Studentenwerk fordert mehr Wohnheimplätze
Das Deutsche Studentenwerk befürchtet für das kommende Wintersemester erneut Engpässe an bezahlbarem Wohnraum für Studierende mit schmalem Geldbeutel.

"Wir benötigen rasch 25.000 zusätzliche, preisgünstige und öffentlich geförderte Wohnheimplätze", forderte Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde am Mittwoch in Bremen. Bund und Länder müssten gemeinsam ein Sonderprogramm auflegen, um die Plätze zu schaffen.

In Deutschland gibt es den Angaben zufolge rund 230.000 öffentlich geförderte Wohnheimplätze. Davon werden 183.000 von Studentenwerken mit einer durchschnittlichen Warmmiete von 214 Euro betrieben. Der Rest gehört beispielsweise den Kirchen oder auch Burschenschaften. Bei einer Rekordzahl von rund 2,5 Millionen Studierenden entspricht das einer Versorgungsquote von etwa elf Prozent. 1999 waren es den Angaben zufolgte noch 1,7 Millionen Studierende.

BAföG-Empfänger klar benachteiligt

Meyer auf der Heyde kritisierte zu Beginn einer Wohnheim-Jahrestagung mit Delegierten aus bundesweit 58 Studentenwerken, Bund und Länder hätten zwar zusätzliche Studienplätze geschaffen, parallel aber die soziale Infrastruktur des Studiums nicht mit gestärkt: "Ein Kardinalfehler." Die Studierendenzahl sei förmlich explodiert, die Zahl der Wohnheimplätze wachse nicht mit. Die Wohnungsnot der Studierenden nehme zu, weil sie in Ballungszentren und Universitätsstädten mit anderen Gruppen konkurrierten, die nur wenig für die Miete zahlen könnten.

Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes lobte in diesem Zusammenhang das Land Bayern, das jeden neuen Wohnheimplatz mit 26.500 Euro fördere. Daneben seien besonders Baden-Württemberg, Thüringen und inzwischen auch Hessen aktiv. Preisgünstige Mieten seien nur mit Zuschüssen möglich.

Während die Studentenwerke ihre Wohnungen nach sozialem Bedarf vergeben, erwarten private Investoren eine Rendite und fordern deshalb deutlich höhere Mieten. Studierende mit BAföG können sich das in der Regel nicht leisten. Die Hälfte der Studierenden, die bei den Werken wohnten, habe monatlich 640 Euro oder weniger zur Verfügung, hieß es.

Obwohl Bildung und Hochschulen Ländersache sind, sieht Meyer auf der Heide beim Wohnheimbau auch den Bund in der Pflicht. Die hohe Studentenzahl sei politisch gewollt. Für sie preisgünstigen Wohnraum zu schaffen sei eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern.

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