Anglikanischer Erzbischof Welby kritisiert Banker

Anglikanischer Erzbischof Welby kritisiert Banker
Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, hat die Anspruchshaltung einiger Banker scharf kritisiert. In einem Radiointerview der britischen BBC forderte er am Samstag, Bankverantwortliche sollten Prüfungen ablegen, um die Standesregeln zu verbessern.

"Ich glaube, im Bankenwesen, vor allem in London, hat eine Form von Anspruchshaltung eine Vielzahl von Bereichen beeinträchtigt." Das habe dazu geführt, dass man kein Gespür mehr dafür habe, was Menschen im Rest der Welt als "angemessen" ansehen würden, sagte Welby im Interview.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Welby gefordert, mindestens eine der britischen Großbanken zu zerschlagen und in regionale Banken aufzuspalten. Im BBC-Interview machte er aber keine Angaben dazu, welche Bank das sein könnte. Der anglikanische Geistliche und ehemalige Manager in der Ölindustrie ist Mitglied der parlamentarischen Kommission für Standards im Bankwesen.

Welby sagte der BBC, da die Banken einen so großen Einfluss auf die Gesamtwirtschaft hätten, sei ein spezielles Training der Verantwortlichen geboten. "Banken sind extrem kompliziert, sie sind eines der anspruchsvollsten und kompliziertesten Geschäftsfelder", sagte er. "Die Vorstellung, dass Menschen extrem verantwortungsvolle Positionen besetzen, ohne eine Art von formalem Training zu haben, überrascht einige von uns doch sehr."

Welby erklärte, ein Teil seiner Mission sei es, mehr Moral in die "City of London" zu bringen. "Meine Hauptaufgabe ist es, die Kirche darin zu führen, Jesus Christus zu ehren und Menschen darin zu bestärken, an ihn zu glauben und ihm zu folgen." Das christliche Evangelium habe aber schon immer eine starke soziale Tragweite gehabt. Das Gemeinwohl sei einer der wichtigsten Bereiche, auf den sich die Kirche von England konzentriere.

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