Bundesbildungsministerium weist Studie zu sozialer Ungleichheit zurück

Bundesbildungsministerium weist Studie zu sozialer Ungleichheit zurück
Die Studie der Vodafone-Stiftung über soziale Ungleichheit beim Hochschulzugang ist auf ein unterschiedliches Echo gestoßen.

Während FDP und SPD auf politische Konsequenzen dringen, stieß sie beim Bundesbildungsministerium auf Kritik. Der Untersuchung läge "die falsche Annahme zugrunde, dass Akademiker mehr wert sind als gut ausgebildete Optiker", erklärte das Ressort laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt". Zudem trügen BAföG, Bildungskredite und Aufstiegsstipendien zur Durchlässigkeit des Bildungswesens bei.

Laut der am Vortag von der Stiftung vorgestellten Studie sank die Studienbereitschaft von Abiturienten aus bildungsfernen Schichten trotz eines erleichterten Hochschulzugangs. Demnach strebten Mitte der 70er Jahre noch 80 Prozent von ihnen einen akademischen Abschluss an. Drei Jahrzehnte später seien es aber nur noch die Hälfte. Gleichzeitig erhöhte sich aber der Anteil der Abiturienten aus bildungsfernen Schichten von 15 auf 35 Prozent. Bei Schülern aus Akademiker-Haushalten nahm die Studierbereitschaft im gleichen Zeitraum lediglich von 90 auf knapp 80 Prozent ab.

Duale Hochschulbildung weiter ausbauen

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Meinhardt, forderte als Konsequenz aus der Studie einen Ausbau der dualen Hochschulbildung: "Studieren und Arbeiten gemeinsam ist für viele sehr viel attraktiver, als einige Jahre nur im Hörsaal zuzubringen. Sein SPD-Kollege Ernst Dieter Rossmann forderte die Universitäten auf, sich mehr für Handwerkerfamilien zu öffnen.

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, entgegnete laut dem Zeitungsbericht, dass die Universitäten gegen den Negativtrend nichts Entscheidendes tun könnten: "Das ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft."
 

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