Geiselnahme in Kölner Kindertagesstätte beendet - Geiselnehmer und Geisel verletzt

Geiselnahme in Kölner Kindertagesstätte beendet - Geiselnehmer und Geisel verletzt
Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hat am Freitagabend die zehnstündige Geiselnahme in einer städtischen Kindertagesstätte im Kölner Stadtteil Chorweiler beendet. Bei dem Zugriff der Polizei wurde sowohl der als Geisel festgehaltene 51 Jahre alte Leiter der Kindertagesstätte, als auch der mit einem Messer bewaffnete Geiselnehmer verletzt, wie die Polizei nach dem Ende der Aktion mitteilte. Über die Identität des Geiselnehmers und seine Motive konnte die Polizei am Abend zunächst noch keine Angaben machen.

Die Einsatzkräfte begannen nach Berichten von Augenzeugen gegen 19 Uhr mit der Erstürmung der Kindertagesstätte. Den Berichten zufolge gab es eine heftige Detonation und eine Rauchwolke. Über die Art der Verletzungen von Geisel und Geiselnehmer machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Der Täter hatte am Freitagmorgen vor neun Uhr die Kindertagesstätte im Norden von Köln betreten und war sofort in das Zimmer des Leiters der Einrichtung gegangen. Dort hörten die bereits anwesenden Erzieherinnen und Kinder einen heftigen, lautstarken Streit zwischen den beiden Männern und brachten sich mit den Kindern in Sicherheit. Kinder und Erzieherinnen blieben unverletzt.

Kein Platz in der KiTa

Die Polizei hatte im Verlauf des Nachmittags das Gebäude weiträumig abgeschirmt. Wie viele Kinder sich zu Beginn der Geiselnahme in der Kindertagesstätte aufgehalten haben, ist bislang nicht bekannt. Normalerweise werden in der Einrichtung insgesamt 85 Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren betreut. Der Täter hatte im Verlauf des Nachmittags in Verhandlungen mit der Polizei eine größere Summe Bargeld sowie ein Fluchtfahrzeug gefordert.

Die Polizei war unmittelbar nach Beginn der Geiselnahme von einer Mutter informiert worden, die ihr Kind in der Kindertagesstätte abliefern wollte. Ihr waren zu diesem Zeitpunkt bereits Erzieherinnen mit mehreren Kindern entgegen gekommen. Von denen sei sie aufgefordert worden, die Polizei zu informieren.

Anwohner vermuteten, dass der Täter möglicherweise darüber wütend geworden sein könnte, das er für sein Kind keinen Platz in der Einrichtung bekommen habe. Bereits gegen Mittag hatte die Einsatzleitung für die Eltern eine Sonderauskunftsstelle eingerichtet. Das Kölner Jugendamt als Träger der Kindertagesstätte befand sich am frühen Abend immer noch mit Betreuern und Fachkräften vor Ort.

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