Südafrikas Erzbischof Tutu bekommt Templeton-Preis

Südafrikas Erzbischof Tutu bekommt Templeton-Preis
Der südafrikanische Altbischof Desmond Tutu erhält in diesem Jahr den Templeton-Preis, die weltweit angesehenste Auszeichnung auf dem Gebiet der Religion.

Damit wird der lebenslange Einsatz des Friedensnobelpreisträgers für spirituelle Werte wie Liebe und Vergebung gewürdigt, wie die John-Templeton-Stiftung am Donnerstag in West Conshohocken im US-Bundesstaat Pennsylvania mitteilte. Der frühere anglikanische Erzbischof von Kapstadt habe so zur Befreiung von Menschen in aller Welt beigetragen. Der mit umgerechnet 1,3 Millionen Euro dotierte Preis soll am 21. Mai in London überreicht werden.

Mit seinen Appellen an die Menschlichkeit habe Tutu schon in den 70er Jahren die Weltöffentlichkeit auf die diskriminierende Apartheid-Politik seiner Heimat aufmerksam gemacht, erklärte die Stiftung. Als Vorsitzender der Wahrheits- und Versöhnungskommission nach dem Ende der Rassentrennung habe er dann eine revolutionäre und kompromisslose Politik von Bekenntnis und Vergebung verfolgt, die seinem Land auf den Weg der Demokratie geholfen habe. Der tiefe Glaube Tutus sei das Fundament für seine Botschaft der Liebe und Vergebung. Tutu lehre diese nicht nur, sondern lebe sie.

Ja zur spirituellen Dimension des Lebens

Für seinen Kampf gegen die Rassentrennung erhielt Tutu 1984 den Friedensnobelpreis. 1986 wurde Tutu Erzbischof in Kapstadt, zehn Jahre später ging er in Rente und übernahm den Vorsitz der Wahrheits- und Versöhnungskommission, die Verbrechen der Apartheid aufarbeitete. Später nahm der pensionierte Erzbischof Lehraufträge in den USA und Großbritannien an.



Der Templeton-Preis würdigt Menschen, die das Ja zur spirituellen Dimension des Lebens verkörpern oder mit außergewöhnlichen Beiträgen unterstreichen. Die Auszeichnung wurde 1972 von dem Finanzinvestor Sir John Templeton gestiftet und wird seither jährlich vergeben. Erste Preisträgerin war 1973 Mutter Teresa. Ihr folgten etwa Frère Roger Schutz, der Gründer der ökumenischen Bruderschaft von Taizé, der US-Prediger Billy Graham und der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den Dalai Lama.

 

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