Rheinischer Präses: Fehlende Aufsicht ermöglichte Finanzaffäre

Manfred Rekowski wird neue rheinischer Präses

Foto: epd-bild/Norbert Neetz

Rheinischer Präses: Fehlende Aufsicht ermöglichte Finanzaffäre
Der Millionenskandal in einem Unternehmen der rheinischen Kirche ist nach den Worten des neuen Präses Manfred Rekowski durch individuelles und strukturelles Versagen bei der Aufsicht ermöglicht worden.

"Wir haben schlicht und ergreifend diese Firma, die uns gehört, nicht gut beaufsichtigt", sagte Rekowski am Montagabend im WDR. Die teilweise "desaströse Unternehmenspolitik" des Beihilfe- und Bezüge-Zentrums (bbz GmbH) in Bad Dürkheim habe die rheinische Kirche 21,6 Millionen Euro gekostet.

Rekowski bezeichnete die 2011 aufgedeckten Vorgänge wegen des damit verbundenen Vertrauensverlustes als "Super-GAU": "Wir leben davon, dass Menschen uns vertrauen, auch dass sie uns ihr Geld anvertrauen." Die rheinische Kirche bemühe sich um einen verantwortlichen Umgang mit ihren Geldern, es gebe Nachhaltigkeitsfilter und eine ethisch anspruchsvolle Anlagepolitik. Mit Blick auf die bbz-Affäre müsse jetzt genauer erforscht werden, welche Ursachen zu fehlender Aufsicht geführt hätten.

Die von der rheinischen Landessynode im Januar beschlossene ergebnisoffene Untersuchung bis hin zur Überprüfung der Kirchenordnung begrüßte der Präses. Zugleich warnte er in der Radio-Talksendung "MonTalk" auf WDR 2 vor falschen Konsequenzen. Die jetzige Grundordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland finde er "ausgesprochen gut", weil sie die Organisation der Kirche von unten nach oben vorsehe und eine breite Beteiligung ermögliche. Es müsse darum gehen, wie künftig "funktionierende aufsichtliche Instrumente zur Anwendung gebracht" werden könnten.

 

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