Altmaier erwägt völliges Fracking-Verbot

Altmaier erwägt völliges Fracking-Verbot
Fracking verspricht, Gas aus dem Gestein in großer Tiefe zu fördern. Doch die Gefahren für Mensch und Umwelt sind noch nicht absehbar. Mehrere Bundesländer kündigen Widerstand an. Peter Altmaier hält ein Verbot für denkbar. Der Umweltminister will außerdem Trinkwasser per Gesetz vor den Folgen von Fracking schützen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) erwägt, die umstrittene Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten, das sogenannte Fracking, komplett zu verbieten. "Wir sollten vor einem generellen Fracking-Verbot nicht zurückschrecken, wenn neue Erkenntnisse es nahelegen", sagte Altmaier der "Welt am Sonntag". Für ein völliges Verbot sei es aber noch zu früh.

Altmaier kündigte noch vor der Bundestagswahl im September ein Gesetz an, das die Förderung von Schiefergas in Trinkwasserschutzgebieten generell verbietet. "Für alle anderen Bereiche wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung gesetzlich vorgeschrieben", sagte er. Als Gefahren nannte der Minister die Frack-Flüssigkeit, Erderschütterungen und Lärm.

In den USA werde Schiefergas in menschenleeren Gegenden abgebaut. "In Europa gibt es überall dicht besiedelte Landschaften, unter denen dieses Gas vermutet wird, sagte Altmaier im YouTube-Kanal der Bundesregierung.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) kündigte Widerstand der Bundesländer gegen Fracking an. Solange nicht zweifelsfrei geklärt sei, dass die Technik keine Gefahr für das Grundwasser mit sich bringe, werde er nicht zustimmen, sagte er in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe). Schleswig-Holstein habe gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg eine Bundesratsinitiative gegen Fracking gestartet und schnell bei anderen Ländern Zustimmung gefunden.

Beim Fracking wird mit einem Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck das Gestein aufgebrochen. Auch die niedersächsische Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg warnte vor einer Vielzahl ungelöster Probleme. Die Gefahr einer Verseuchung des Grundwassers sei zu groß. "Es gibt kein 'sauberes' Fracking", sagte Sprecher Wolfgang Ehmke in Lüchow.

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