Noch keine Entscheidung über Zukunft der "Frankfurter Rundschau"

Noch keine Entscheidung über Zukunft der "Frankfurter Rundschau"
Die Zukunft der insolventen "Frankfurter Rundschau" ist weiter offen. "Zurzeit sind wir noch im Gespräch mit zwei potenziellen Investoren, die ernsthaftes Interesse an der Übernahme von Teilen des Unternehmens bekundet haben", teilte der Insolvenzverwalter Frank Schmitt am Mittwoch in Frankfurt mit.

Zunächst werde jedoch eine Transfergesellschaft auf den Weg gebracht, an der sich die bisherigen Eigner der Zeitung, die Mediengruppe M. DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding DDVG, beteiligen. Die Zeitung soll zunächst wie gewohnt weiter erscheinen.

Der eine Interessent, ein deutscher Investor, wolle die Zeitung "in gewohntem Umfang fortführen" und auch einige Mitarbeiter aus der Redaktion übernehmen. 400 Mitarbeiter würden bei diesem Modell ihren Arbeitsplatz jedoch verlieren, teilte Schmitt mit. Sollte es zu einem Vertragsabschluss kommen, würde der Betriebsübergang zum 1. März erfolgen. Den Namen dieses Investors nannte Schmitt nicht. Zuletzt wurde immer wieder über die Fazit-Stiftung, die die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Frankfurter Neue Presse" herausgibt, spekuliert.

Türkisches Konzept nicht tragbar

Als zweiter potenzieller Investor habe die türkische Mediengruppe Estetik Yayincilik Interesse an einer Übernahme von Verlag und Druckerei gezeigt. Bisher sei das Interesse jedoch nur in formloser, unverbindlicher Form geschehen, erklärte Schmitt. Das Kaufpreisangebot sei wesentlich zu niedrig gewesen, außerdem seien keine Sicherheiten angeboten worden. Das vorgelegte Konzept sei in keiner Weise tragbar gewesen. Trotzdem habe sich der Gläubigerausschuss intensiv mit dem Angebot auseinandergesetzt, sagte Schmitt.

Da bis zum 1. Februar die Gespräche voraussichtlich noch nicht abgeschlossen seien, werde dann das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Gläubigerausschuss habe am Montag zugestimmt, das insolvente Unternehmen vorerst über den 1. Februar hinaus fortzuführen. Insolvenzverwalter Schmitt sagte, somit habe er zusätzliche Zeit erhalten, die laufenden Verkaufsgespräche zum Abschluss zu bringen. Die seit Jahren defizitäre FR hatte Mitte November Insolvenz angemeldet. Der Verlag beschäftigt noch etwa 450 Mitarbeiter.

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