Letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland" erschienen

Letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland" erschienen
In Hamburg ist am Freitag die letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland" erschienen. Die Titelseite der Freitagsausgabe ist schwarz, darauf stehen in lachsrosa die Buchstaben "Endlich schwarz".

Im Schriftzug des Zeitungstitels fehlen die Buchstaben "NA" und "CI" und machen so die letzte FTD zur "Final Times". Rund 500 Mitarbeiter protestierten vor dem Verlagshaus von Gruner + Jahr (G+J) gegen die Einstellung der Zeitung und forderten einen akzeptablen Sozialplan. Der Verlag hatte am 23. November mitgeteilt, dass die FTD am 7. Dezember zum letzten Mal erscheinen werde.

Die Zeitung habe seit ihrer Gründung im Jahr 2000 Verluste geschrieben, hieß es. Die Rede ist von 250 Millionen Euro, die sich in den 13 Jahren angehäuft haben. Auch die Wirtschaftszeitschriften "Börse Online" und "Impulse" sollen eingestellt werden. Nach Medienberichten wird für diese beiden Magazine darüber verhandelt, ob die Chefredakteure sie übernehmen (Management Buy-out). Nur das Wirtschaftsmagazin "Capital" soll erhalten bleiben. G+J hatte die Wirtschaftsmedien vor knapp vier Jahren neu geordnet und in Hamburg in einer eigenen Gesellschaft zusammengefasst. Insgesamt sind durch die Einstellung 364 Arbeitsplätze gefährdet.

Im Editorial der letzten Ausgabe schreiben die drei Chefredakteure Steffen Klusmann, Stefan Weigel und Sven Clausen: "Selbst einige unserer ärgsten Kritiker sind traurig, dass es uns nicht mehr gibt." Andrew Gowers, Initiator und erster Chefredakteur der FTD, schreibt, die wichtigste Lektion, die er aus der Geschichte der Zeitung gelernt habe, sei, dass guter Journalismus in den sich schnell verändernden Medienmärkten zwar wichtig sei, aber kein Garant für den Erfolg. Wichtiger sei es, eine passende kommerzielle Strategie zu entwickeln, um den Übergang von den analogen zu den digitalen Medien zu bewältigen. 

102.000 Exemplare täglich

Im Internet veröffentlichte die FTD ein Foto der gesamten Redaktion, die sich vor den Lesern und Gesellschaftern verbeugt. Darunter steht in der Unterzeile: "Entschuldigung, liebe Gesellschafter, dass wir so viele Millionen verbrannt haben. Entschuldigung, liebe Anzeigenkunden, dass wir so kritisch über Eure Unternehmen berichtet haben. Entschuldigung, liebe Pressesprecher, dass wir so oft Euren Formulierungsvorschlägen nicht gefolgt sind. Entschuldigung, liebe Politiker, dass wir Euch so wenig geglaubt haben."

Die FTD wurde im Jahr 2000 gemeinsam von Gruner + Jahr und dem britischen Pearson-Konzern, der die "Financial Times" herausgibt, gegründet. Seit 2008 ist G+J Alleineigentümer der Wirtschaftszeitung. Die von Montag bis Freitag erscheinende Zeitung verkaufte zuletzt täglich 102.000 Exemplare.

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