Bonn hat gute Chancen für den Sitz des Klimafonds

Bonn hat gute Chancen für den Sitz des Klimafonds
Die UN-Stadt Bonn befinde sich im vorderen Bewerberfeld, erklärte der deutsche Vertreter im Vorstand des Fonds, Manfred Konukiewitz, am Freitag in Genf.

Er schränkte aber ein, dass Bonn unter den sechs Kandidaten nicht klarer Favorit sei. Konukiewitz sieht die Schweizer UN-Stadt Genf als harten Konkurrenten um den Sitz des Fonds.

Der Vorstand des Fonds trat in Genf zu seiner ersten Sitzung zusammen, um über den ständigen Sitz zu beraten. Der Fonds, der auf der Weltklimakonferenz 2011 im südafrikanischen Durban ins Leben gerufen wurde, soll ab 2013 Mittel erhalten. Er hat die Aufgabe, arme Länder beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Erderwärmung unterstützen. Von 2020 an sollen dafür jährlich 100 Milliarden US-Dollar bereitstehen.

Das vorläufige Sekretariat des Fonds (offiziell "Green Climate Fund") befindet sich bereits in Bonn, wo auch das UN-Klima-Sekretariat angesiedelt ist. Der Fonds wird voraussichtlich einmal 300 Mitarbeiter beschäftigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt sich persönlich für Bonn als Standort ein.

Entscheidung kommt im Herbst

Auf der Sitzung in Genf, die am Samstag endet, soll noch keine Entscheidung fallen. Der Vorstand werde im Herbst eine Entscheidung für den Standort treffen, hieß es. Die rund 190 Teilnehmerstaaten der nächsten UN-Klimakonferenz vom 26. November bis 7. Dezember in Doha (Katar) müssen jedoch den formellen Beschluss fassen.
  
Weitere Bewerber für den Fonds-Standort sind Mexiko, Namibia, Polen und Südkorea. Deutschland bietet dem Fonds ein komplett neues Gebäude in Bonn an, das nach ökologischen Kriterien errichtet werden soll. Die Kosten für den Neubau werden mit etwa 75 Millionen Euro veranschlagt.

Der Vorstand des Fonds umfasst 24 Mitglieder, der deutsche Vertreter Konukiewitz kommt aus dem Entwicklungsministerium.

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