AOK-Report: Arbeitnehmer stark belastet

AOK-Report: Arbeitnehmer stark belastet
Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland bekommt nach einer AOK-Befragung auch nach Feierabend dienstliche Mails und Anrufe. Fast genauso viele Beschäftigte leisten regelmäßig Überstunden. Dies geht aus dem Fehlzeiten-Report der Krankenkasse AOK hervor, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Neben dem Trend zu flexiblen Arbeitsformen beobachten die Autoren eine Zunahme psychischer Erkrankungen.

Laut einer repräsentativen Befragung der Krankenkasse hat inzwischen fast jeder zweite Beschäftigte mit seinem Chef die Absprache, auch außerhalb der Arbeitszeit erreichbar zu sein. Die Belastungen durch Feierabend- und Wochendarbeit und langes Pendeln schlagen sich aufs Wohlbefinden der befragten Versicherten aus: Jeder fünfte klagt über Erschöpfung oder darüber, in der Freizeit nicht abschalten zu können.

Die psychischen Belastungen sieht die AOK auch in ihrer Statistik belegt. Sie verglich die Weite der Arbeitswege mit den jährlichen Krankheitstagen. Während neun Prozent der Beschäftigten, die bis zu 30 Kilometer zur Arbeit fahren, 2011 wegen psychischer Leiden krankgeschrieben waren, waren es bei Pendlern über 500 Kilometer bereits elf Prozent. Bei anderen Krankheiten sei dieser Zusammenhang nicht nachweisbar. Dass psychische Leiden bei weiten Arbeitswegen zunehmen, hatte auch die Techniker Krankenkasse beobachtet.

AOK-Geschäftsführer Uwe Deh forderte klare Schranken für Arbeitnehmer zum Schutz der Gesundheit. Während die Menschen bei physischen Belastungen ein Gespür für ihre Grenze hätten, "haben wir den Umgang mit psychischen Grenzen noch nicht so gut gelernt". In einer flexiblen Arbeitswelt würden starre Vorschriften aber nichts nützen, sagte Deh. Die Rückkehr zur Stechuhr oder die Forderung von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), nach Feierabend die Black-Berrys auszuschalten, lehnte er ab.

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