Mitteldeutsche Kirche prüft Missbrauchsvorwürfe aus den 70er Jahren

Mitteldeutsche Kirche prüft Missbrauchsvorwürfe aus den 70er Jahren
Die mitteldeutsche Kirche hat ein Disziplinarverfahren gegen einen Pfarrer wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern eingeleitet. Wie die Landeskirche am Montag in Magdeburg mitteilte, geht es um Hinweise auf Straftaten in den Jahren 1973 bis 1978 in der Kirchengemeinde Bad Lauchstädt im Kirchenkreis Merseburg.

Details wurden nicht genannt. Die Landeskirche ermittelt auch gegen einen ehemaligen Personaldezernenten, der im Jahr 2010 Hinweisen auf das Verhalten des Pfarrers offensichtlich nicht nachgegangen war.

Wenn sich im Disziplinarverfahren der Verdacht gegen den Pfarrer erhärtet und Missbrauchsfälle nachgewiesen werden, drohen ihm Sanktionen bis zur Entlassung. Der heute 79-Jährige könnte dadurch seine Pensionsansprüche verlieren. Der Theologe war bis zum Jahr 1996 im Dienst der damaligen Kirchenprovinz Sachsen tätig. Heute lebt er den Angaben zufolge in Niedersachsen. Er sei weiter ehrenamtlich in der Kirche tätig, hieß es. Seit 2010 hätte es also weitere Opfer geben können.

Das eingeleitete Verfahren gegen den damaligen Personaldezernenten bleibt den Angaben zufolge ausgesetzt, bis die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen den Pfarrer abgeschlossen sind. Zur Begründung hieß es, dass dann der Vorwurf besser beurteilt werden könne. Die Landeskirche hat den Fall des Pfarrers nach eigenen Angaben bei der Staatsanwaltschaft in Halle angezeigt.

Meldungen

Top Meldung
Tipps der EKHN gegen Coronavirus in der Kirche.
Die EKD sieht angesichts der derzeit bekannten Coronavirus-Fälle in Deutschland keinen Grund zu übertriebener Sorge oder gar zur Panik. "Trotzdem wird es viele Menschen geben, die sich Sorgen machen, wenn sie am Abendmahl teilnehmen", sagte ein EKD-Sprecher.