Gedenkpavillon in Bremen erinnert an Todesopfer rechter Gewalt

Gedenkpavillon in Bremen erinnert an Todesopfer rechter Gewalt
Jüdische und muslimische Jugendliche haben am Dienstag in Bremen gemeinsam einen Gedenkpavillon eingeweiht, der an Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland erinnert. Das Projekt unter dem Titel "Köftekosher" zeigt in Graffitiform die Porträts von zwölf Menschen, die durch Neonazis getötet wurden. Mit der Initiative solle ein öffentliches Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und Muslimenfeindlichkeit gesetzt werden, hieß es.

Nach Recherchen der Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung sind seit 1990 insgesamt 182 Menschen durch die Folgen rechter Gewalt ums Leben gekommen. Dazu zählen auch Mordfälle, bei denen die Täter in keinerlei rechtsextremen Gruppierungen organisiert waren, wohl aber aufgrund eines einschlägigen Weltbildes gehandelt haben. Die Liste basiert auf Recherchen der Aktion "Mut gegen rechte Gewalt" und des Opferfonds "Cura". Auch die Todesopfer der Zwickauer Terrorzelle sind bei den Mordfällen mitgezählt worden.

In dem Gedenkpavillon wird unter anderen an Andreas Oertel (1963-2003), Marwa El-Sherbini (1977-2009) und Dragomir Christinel (1974-1992) erinnert, die von rechtsextremen und ausländerfeindlich orientierten Tätern getötet wurden. Die Graffitis wurden mit Texten zu den Lebensläufen der Opfer ergänzt. Gefördert hat die Aktion unter anderem das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken". Ähnliche Projekte sind in Berlin und im Ruhrgebiet geplant.

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