Karlsruhe: Notfallseelsorge hilft nach Geiselnahme

Karlsruhe: Notfallseelsorge hilft nach Geiselnahme
Nach der Geiselnahme in Karlsruhe mit fünf Toten ist die ökumenisch getragene Notfallseelsorge mit insgesamt sieben Kräften im Einsatz.

"Wir werden nun die Angehörigen betreuen, müssen Todesnachrichten überbringen und bieten Gespräche an für die direkt und indirekt Betroffenen", sagte der katholische Pastoralreferent Peter Bitsch am Mittwoch dem epd. Gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Siegfried Weber koordiniert er in der Einsatzzentrale die Notfallseelsorge. Am Vormittag hatte ein Mann bei einer angekündigten Zwangsräumung einer Wohnung nach Angaben der Polizei mehrere Menschen als Geiseln genommen und fünf Menschen getötet.

Unter den Getöteten könnte auch der Geiselnehmer selbst sein, wie die Polizei auf epd-Anfrage mitteilte. Dieser hatte am Vormittag einen Gerichtsvollzieher und vermutlich einen Hausmeister und einen Schlosser als Geisel genommen und sei schwer bewaffnet in dem Mehrfamilienhaus gewesen. Ein Spezialeinsatzkommando sei in die Wohnung eingedrungen, nachdem dort ein Brandgeruch festgestellt worden war, und hatte am Mittag die Toten entdeckt.

Betreuung und Gespräche

"Es gibt jetzt unterschiedliche Betroffene, diejenigen, die in dem Mehrfamilienhaus leben und solche, die das Geschehen eher am Rande mitbekommen haben", sagte Pastoralreferent Bitsch. Für beide Personengruppen würden momentan Betreuungs- und Gesprächsangebote von geschulten ehrenamtlichen Mitarbeitern, Diakonen und Seelsorgern angeboten. Darunter seien auch Mitarbeiter von Diakonie und Caritas.

In der Nähe des Unglücksortes befinden sich auch ein Kindergarten und eine Schule, die geräumt wurden. Bei der tödlich endenden Geiselnahme sind nach Angaben der Polizei rund 200 Beamte im Einsatz. Die Notfallseelsorge Karlsruhe (NFS) ist eine Initiative der evangelischen und katholischen Kirche in Stadt und Landkreis Karlsruhe.

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