Jugendliche fordern mehr Integrations-Beiträge von Schule und Medien

Jugendliche fordern mehr Integrations-Beiträge von Schule und Medien
Zum Abschluss des 3. Jugendintegrationsgipfels in Berlin haben die Teilnehmer mehr sichtbare Anstrengungen in Schule und Medien für das Zusammenleben mit Migranten gefordert. Zu dem am Dienstag vorgestellten Ergebniskatalog der 100 Jugendlichen gehören unter anderem der Wunsch nach einem Fach "Gesellschaftsunterricht" in der Schule, interkulturelle Fortbildungen für Lehrer, eine interkulturelle Woche im Fernsehen und regelmäßiger Sprachunterricht im dritten Programm.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), sicherte den Teilnehmern zu, ihre Wünsche bei einem Treffen der Integrationsbeauftragten in Ländern und Kommunen Anfang Mai, bei der Kultusministerkonferenz und in den entsprechenden Arbeitsgruppen einzubringen. Die Forderungen der Jugendlichen seien zumeist "sehr, sehr gut", sagte Böhmer. Besonders die Ermahnung an Medienmacher, mehr zum Klischee-Abbau beizutragen, sei "absolut notwendig".

Die Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund berieten seit Montag in vier Workshops über den Zusammenhang von Integration und Bildung, gesellschaftlichem Engagement und Medien und über Konflikte zwischen den Generationen. Die 16 bis 25 Jahre alten Teilnehmer formulierten im Anschluss auch konkrete politische Forderungen wie den Ausbau der Ganztagsschulen, mehr Investitionen in Bildung, die Abschaffung der Duldung und die Zulassung der doppelten Staatsbürgerschaft.

Kritik wurde an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geübt, die am Montag den Gipfel eröffnet hatte. Er sei enttäuscht, dass viele der Forderungen, die bereits bei früheren Jugendintegrationsgipfels formuliert wurden, bis heute nicht angegangen worden seien, erklärte der Schüler Vejlko Tomovic. Beonders kritisierte er Merkels Statement aus dem Oktober 2010, dass "Multi-Kulti" gescheitert sei.
 

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