ASB fordert bessere Bedingungen für Freiwilligendienste

ASB fordert bessere Bedingungen für Freiwilligendienste
Der Chef des Arbeiter-Samariter-Bundes, Knut Fleckenstein, begrüßt grundsätzlich den geplanten freiwilligen Gesellschaftsdienst. Er fordert aber eine bessere Vergütung für Absolventen und mehr Fortbildungsmöglichkeiten, etwa im Bevölkerungsschutz.

Essen, Berlin (epd). Der Arbeiter-Samariter-Bund unterstützt die Idee eines neuen freiwilligen Gesellschaftsdienstes. „Freiwilligkeit ist zunächst der richtige Weg“, sagte der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Montag). Es sei zudem gut, dass Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) mit dem Dienst auch ältere Menschen ansprechen möchte.

Der ASB habe gute Erfahrungen mit dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) und dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) gemacht, sagte Fleckenstein weiter. „Wir hatten zuletzt rund 1.500 Personen, die bei uns den Bundesfreiwilligendienst oder ein FSJ absolviert haben.“ Mit einem neuen Gemeinschaftsdienst könnte seiner Ansicht nach diese Zahl verdoppelt werden. Hintergrund sind die Pläne der Bundesfamilienministerin für ein neues „Bundes-Gesellschaftsdienstgesetz“. Prien hat das Gesetz für Ende dieses Jahres angekündigt, es soll die Freiwilligendienste neu regeln.

ASB-Chef: Keine Rückkehr zu alten Zivildienst-Strukturen

Damit der Dienst attraktiv werde, dürfe er nicht zu kurz sein und den Absolventen Raum für Ausbildung und persönliche Entwicklung bieten, so Fleckenstein. Zudem sollten junge Menschen stärker für den Bevölkerungsschutz qualifiziert und besser bezahlt werden. Die Vergütung könne regional angepasst werden, um unterschiedlichen Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen. Teilnehmende des BFD und FSJ erhalten kein Arbeitsentgelt, sondern ein Taschengeld sowie weitere Sach- oder Geldleistungen. Im Schnitt liegt das gezahlte Taschengeld zwischen 390 und 500 Euro monatlich.

Die Diskussion über eine Rückkehr zur Wehrpflicht und Zivildienst sieht der ASB-Bundesvorsitzende eher skeptisch, mahnt aber für den Fall eine rechtzeitige Vorbereitung an. „Wir sollten nicht einfach wieder aufnehmen, was wir vor 15 Jahren beendet haben“, sagte er. Bei Planungen für einen möglichen verpflichtenden Zivildienst sollten zudem die positiven Erfahrungen aus dem Bundesfreiwilligendienst und dem Freiwilligen Sozialen Jahr berücksichtigt werden.