Würzburg (epd). Der katholische Würzburger Bischof Franz Jung hat die Kirchen zu mehr gemeinsamen Engagement gegen gesellschaftliche Polarisierung aufgerufen. Angesichts tiefgreifender Spaltungen und des Erstarkens von Extremismus sei das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft gefährdet, sagte Jung am Sonntag vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Würzburg. „In dieser Situation müssen die christlichen Kirchen dazu beitragen, verbindende Kräfte zu stärken, um ein immer weiteres Auseinanderfallen der Gesellschaft zu verhindern.“
„Es ist unsere Aufgabe, die Demokratie zu stützen als jene Gesellschaftsform, die Konflikte friedlich zu moderieren vermag und eine Verständigung in der Mitte ermöglicht“, sagte er. Die EKD-Synode tagt noch bis Mittwoch in der fränkischen Stadt am Main. Die Delegierten beschäftigen sich am Dienstag im Schwerpunkt mit dem Thema Demokratie. Dazu wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet.
Hoffnungsträger sein
Jung rief Christinnen und Christen dazu auf, in unruhigen Zeiten Hoffnungsträger zu sein, die sensibel für die Sorgen und Nöte der Menschen seien. „Eine besondere Verantwortung haben wir dabei für die Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, weil sie in Armut leben, existenzielle Krisen durchleiden oder aus ihrer Heimat fliehen“, sagte er. „Seien wir gemeinsam, auch mit unseren großen Trägern der Diakonie und der Caritas, das menschenfreundliche Gesicht Gottes in unserer Zeit.“




