Würzburg (epd). Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist am Sonntag mit einem Gottesdienst in Würzburg eröffnet worden. Die rund 128 Delegierten des Kirchenparlaments sowie die Mitglieder von EKD-Rat und Kirchenkonferenz kamen in der Würzburger St.-Stephan-Kirche zusammen. Das ZDF übertrug den Gottesdienst in seinem Programm. Noch bis Mittwoch laufen die Beratungen des Kirchenparlaments mit dem Schwerpunktthema Demokratie.
Die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz rief in ihrer Predigt zur mehr zwischenmenschlichem Verständnis auf. Einen anderen zu ertragen, sei mühsam, sagte Tietz in Anlehnung an eine Stelle aus dem Epheserbrief im Neuen Testament, an der es heißt: „Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe.“ Die leitende Theologin sagte, wenn man einander ertrage, dann entstehe eine neue Möglichkeit des Miteinanders.
Grenze bei Gewalt
Tietz sagte: „Es gibt manches, wo der andere mir das Zusammensein mit ihm schwer macht. Und wo ich ihn wirklich ertragen muss, damit wir zusammenbleiben.“ Wer anderen mit Wohlwollen begegne und zu verstehen versuche, wie er zu seiner Position gekommen sei, könne auch klar sagen, wo man eine Grenze ziehe. „Dann werfe ich ihm nicht Hass und Verachtung vor die Füße“, sagte sie.
Eine unmissverständliche Grenze zog die Theologin jedoch dort, wo Hass und Entwürdigung das Handeln bestimmten. Wenn Personen andere Menschen verachteten, sie fortlaufend abwerteten oder ihnen Gewalt antäten, sei der Punkt erreicht, an dem niemand diese Haltung weiter ertragen müsse.




