Rom (epd). Papst Leo XIV. hat in Uruguay zu mehr Dialog und gegenseitigem Verständnis aufgerufen. „Das ist unser aller Berufung: Brücken zu bauen, Bindungen zu stärken, zu vereinen“, sagte der Papst während einer Heiligen Messe, die er im Parque París Londres in der uruguayischen Stadt Paysandú feierte. Leo befindet sich seit Freitag auf einer elftätigen Reise durch Südamerika.
Paysandú liegt an der Grenze zu Argentinien. Die internationale General-Artigas-Brücke, die den Fluss Uruguay überquert, verbindet das gleichnamige Land mit dem Nachbarstaat. „Es fällt nicht schwer, sich die Vorteile vorzustellen, die eine Brücke mit sich bringt“, sagte der Papst: Offenheit, Kommunikation, Austausch.
Mate als Zeichen der Integration
Die Brücke sei eines von drei Symbolen, die die Region prägten, sagte der Papst in seiner Predigt, die er auf Spanisch hielt. Neben Palmen zählte Leo XIV. auch den Mate-Tee auf, das für Südamerika traditionelle Getränk. „Der Mate ist ein Zeichen der Vertrautheit, der Freundschaft und der Begegnung“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. „Er lehrt uns, zu teilen und zusammen zu sein.“ Der Mate sei ein Zeichen der Gastfreundschaft, der Integration und gemeinsamer Werte.
Am Samstagnachmittag (Ortszeit) will der Papst mit Bewohnern des von Armut und sozialer Benachteiligung betroffenen Viertels Casavalle zusammenkommen. Abends ist eine Gebetswache im Centenario-Stadion geplant. Der Vatikan hatte im Vorfeld der Reise mitgeteilt, dass auf der Südamerika-Reise auch „einige Begegnungen“ mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch Mitglieder des Klerus und der Kirche geplant seien.
Nächste Etappe: Argentinien
Papst Leo war am Freitag zur sechsten und längsten Auslandsreise seines Pontifikats aufgebrochen. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) traf er in Montevideo ein. Präsident Yamandú Orsi hieß Leo XIV. auf der Plaza Independencia offiziell willkommen. Zu dem Empfang waren zehntausende Besucher gekommen. Uruguay gilt als der am stärksten säkularisierte Staat in Südamerika.
Nach einer weiteren Messe am Sonntagmorgen in der uruguayischen Stadt Florida, reist der Papst dann am Nachmittag (Ortszeit) weiter nach Argentinien. Am Mittwoch wird der erste Papst aus den USA in seiner zweiten Heimat Peru erwartet.




