Köln (epd). Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius setzt beim personellen Ausbau der Bundeswehr weiter auf Freiwilligkeit. „Wir waren im Oktober die größte Bundeswehr seit 2013 mit über 190.000 Soldatinnen und Soldaten. Alles Freiwillige!“, erklärte der SPD-Politiker im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Allerdings schränkte er ein: „Aber ich kann natürlich nicht in die Zukunft gucken.“ Es könne sein, dass die Rekrutierungskurve in zwei oder drei Jahren abfalle. „Dann müssen wir reagieren!“
Pistorius beklagte zudem eine fehlende Einigkeit der Europäischen Union in der Außenpolitik. „Wir haben es bis heute nicht geschafft, in den wichtigsten zentralen außenpolitischen Fragen dauerhaft und nachhaltig mit einer Stimme zu sprechen“, erklärte er im Deutschlandfunk: „Das ist die Schwäche der europäischen Außenpolitik. Daran müssen wir dringend arbeiten!“
Pistorius skeptisch zu Kurswechsel in USA
Mit Blick auf ein von US-Präsident Donald Trump angekündigtes Abkommen mit Russland forderte Pistorius eine Beteiligung der Europäer. Ziel müsse sein, „dass am Ende die Europäische Union diese Gespräche führt, gemeinsam mit den USA, Russland und der Ukraine.“
Pistorius ist skeptisch, dass es nach dem Wahlsieg der Demokraten bei den Midterms, den Wahlen zum Kongress, zu einem Kurswechsel in der US-amerikanischen Außenpolitik kommen wird: „Wir wissen nicht, was der amerikanische Präsident tatsächlich vorhat!“




