Berlin (epd). In Syrien können laut der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ Millionen Menschen weiterhin nicht ausreichend gesundheitlich versorgt werden. Viele medizinische Einrichtungen seien auch knapp zwei Jahre nach dem Sturz des Assad-Regimes nur teilweise funktionsfähig, teilte die Hilfsorganisation am Freitag in Berlin mit. Medikamente seien oft nicht verfügbar, und es gebe zu wenig Gesundheitspersonal. Grundlegende Versorgungsleistungen würden nur allmählich wieder hergestellt, die Zerstörung sei nach wie vor groß.
Wenn Behandlungen verfügbar sind, können sich viele Syrerinnen und Syrer diese laut der Hilfsorganisation nicht leisten. Die Kosten für Gesundheitsleistungen seien sehr hoch. Viele der medizinischen Einrichtungen seien zudem nicht gut erreichbar, es fehle an Transportmitteln.
Gefahr durch Landminen und Sprengkörper
Angaben der Vereinten Nationen zufolge sind seit Dezember 2024 rund 1,8 Millionen Geflüchtete und 2 Millionen Binnenvertriebene in ihre Heimatorte zurückgekehrt. Viele Patientinnen und Patienten seien bei ihrer Rückkehr erheblichen Gefahren ausgesetzt wie beispielsweise Landminen und anderen Sprengkörpern, sagte Lisa Searle, Projektkoordinatorin von „Ärzte ohne Grenzen“ in Syrien. „Dies stellt eine zusätzliche Belastung für ein Gesundheitssystem dar, das durch den jahrelangen Konflikt schwer in Mitleidenschaft gezogen worden ist.“
Ein Bericht der Hilfsorganisation hatte dokumentiert, dass im vergangenen Jahr allein in der Region Deir ez-Zor Hunderte Menschen durch Landminen und zurückgelassene Sprengkörper verletzt worden seien, fast die Hälfte waren Kinder. Nach Schätzungen der UN benötigen 15,6 Millionen Menschen in Syrien humanitäre Hilfe, das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Viele Syrerinnen und Syrer haben nur eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Versorgungsleistungen wie beispielsweise sauberem Wasser.




