Leipzig (epd). Zu Ehren des verstorbenen Dirigenten Herbert Blomstedt (1927-2026) findet am Dienstag ein Gedenkkonzert im Leipziger Gewandhaus statt. Unter der Leitung von Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons erklingt Felix Mendelssohn Bartholdys (1809-1847) „Reformations-Sinfonie“, wie das Gewandhaus am Freitag in Leipzig mitteilte. Zudem soll eine Motette von Johann Sebastian Bach (1685-1750) aufgeführt werden.
Blomstedt war am Mittwoch in Göteborg im Alter von 99 Jahren gestorben. In Leipzig war er langjähriger Gewandhauskapellmeister und später Ehrendirigent. Er habe das Gewandhausorchester über Jahrzehnte geprägt, hieß es.
Beim Gedenkkonzert werden den Angaben zufolge Gewandhausdirektor Andreas Schulz, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Bernhard Krug, Vorsitzender des Orchestervorstands, das künstlerische und menschliche Vermächtnis Blomstedts würdigen. Auch eine Schweigeminute für den Verstorbenen ist vorgesehen.
„Jesu, meine Freude“ gemeinsam singen
Ein besonders Moment soll das gemeinsame Singen des Chorals „Jesu, meine Freude“ werden. Es werde dazu eingeladen, das Lied, „einen der Lieblingschoräle Herbert Blomstedts“, mitzusingen. Blomstedt war bekennender Christ und Mitglied der Siebenten-Tags-Adventisten, einer weltweiten protestantischen Freikirche.
Geboren wurde er in den USA als Sohn schwedischer Eltern. Er galt als Ausnahmeerscheinung, laut Gewandhaus wegen seiner „überragenden musikalischen Begabung und weil er Kunst und Menschlichkeit in einzigartiger Weise miteinander verband“. Noch im hohen Alter stand er am Pult führender Orchester.




