Genf (epd). Im Kriegsland Sudan benötigen laut den UN schätzungsweise 15,4 Millionen Menschen dringend Notunterkünfte und lebensnotwendige Haushaltsgegenstände. Aufgrund knapper finanzieller Mittel könnten humanitäre Organisationen jedoch nur zehn Prozent der Bedürftigen in ausreichender Weise unterstützen, erklärten das Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf.
Bislang haben den Angaben nach nicht einmal eine Million Menschen Hilfe erhalten. Die beiden Organisationen betonten, dass ohne Bereitstellung flexibler Finanzmittel immer mehr Familien die kommenden Monate ohne ausreichenden Schutz vor harschem Wetter, Gewalt und Ausbeutung überstehen müssten.
#Weltweit größte Vertreibungskrise
Mehr als dreieinhalb Jahre nach Beginn des Konflikts ist der Sudan laut UNHCR und IOM weiterhin Schauplatz einer katastrophalen Vertreibungskrise. Rund 8,6 Millionen Menschen sind demnach innerhalb des Landes auf der Flucht, mehr als 4,6 Millionen flohen über die Grenzen. Andererseits kehrten laut UN über 5,2 Millionen Menschen in ihre Herkunftsgebiete zurück, wobei die überwiegende Mehrheit von ihnen zuvor innerhalb des Sudans auf der Flucht gewesen sei.
Im Sudan begann im April 2023 ein bewaffneter Konflikt zwischen der Miliz „Rapid Support Forces“ und der Armee. Beide Seiten erhalten Hilfe aus dem Ausland. UN-Experten werfen beiden Parteien Kriegsverbrechen vor. Zugleich haben reiche Geberländer ihre Zuwendungen für humanitäre Hilfe zuletzt stark gekürzt.




