Hamburg (epd). Rechenzentren für Cloud- und KI-Anwendungen in Deutschland haben laut Greenpeace im vergangenen Jahr so viel Wasser verbraucht wie eine Großstadt mit 275.000 Menschen. Eine Greenpeace-Berechnung zeige, dass der Verbrauch der Rechenzentren zur Kühlung 2025 bei rund 13 Milliarden Liter Wasser gelegen habe, teilten die Umweltschützer am Freitag in Hamburg mit. Angesichts zahlreicher geplanter Mega-Rechenzentren könne sich der Verbrauch bis 2030 auf bis zu 27 Milliarden Liter pro Jahr mehr als verdoppeln.
„Der Trend zu immer größeren Anlagen mit ihrem enormen Wasserverbrauch verstärkt lokalen Wasserstress und löst Nutzungskonflikte aus“, sagte Greenpeace-Digitalexpertin Linda Klapdor. „Der Strom für den Betrieb muss aus erneuerbaren Energien stammen. In wasserarmen Regionen dürfen Rechenzentren nur mit geschlossenen Wasserkreisläufen ans Netz gehen.“
Geschlossene Kreisläufe nötig
Die Studie modelliert den Wasserbedarf von knapp 30 in Deutschland geplanten Mega-Rechenzentren mit mehr als 100 Megawatt Serverleistung. Je nach eingesetzter Kühltechnik werde ihr jährlicher Wasserbedarf auf 200 bis 930 Millionen Liter geschätzt. Nur Kühlsysteme mit vollständig geschlossenen Kreisläufen könnten den Wasserverbrauch auf Null senken, erklärte Greenpeace.
Etwa ein Drittel der derzeit rund 1.200 Betreiber von Rechenzentren in Deutschland nutze in den Sommermonaten jedoch Verdunstungskühlanlagen. Dabei entweiche genutztes Trinkwasser als Wasserdampf in die Atmosphäre und stehe dem lokalen Wasserkreislauf nicht mehr zur Verfügung.
Betreiber von Rechenzentren müssen ihren Wasserverbrauch laut Greenpeace seit November 2023 im nationalen Rechenzentrumsregister melden. Die Meldepflicht werde jedoch bislang nur lückenhaft erfüllt. Fehlende Daten würden nicht systematisch kontrolliert, und es fehlten verbindliche Obergrenzen für den Verbrauch. Greenpeace-Expertin Klapdor forderte daher eine schnelle Verbesserung der Meldepflicht.




