Mitgründerin der "Großmütter der Plaza de Mayo" gestorben

Mitgründerin der "Großmütter der Plaza de Mayo" gestorben
Elsa Pavón war eine prägende Figur der "Großmütter der Plaza de Mayo". Die Organisation protestierte während der Diktatur in Argentinien gegen die Verschleppung ihrer Kinder und Enkel.

Berlin, Buenos Aires (epd). Elsa Pavón, Mitgründerin der „Großmütter der Plaza de Mayo“ in Argentinien, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Die Menschenrechtsorganisation Anahí, bei der Pavón bis zuletzt engagiert war, meldete den Tod ihrer Vorsitzenden am Donnerstag. „Ihre Stärke und Entschlossenheit ebneten den Weg im Kampf um Wahrheit, Erinnerung und Gerechtigkeit“, schrieb die Organisation auf der Plattform Instagram.

Pavón war Mitgründerin der 'Großmütter der Plaza de Mayo' im Jahr 1979, einem Zusammenschluss von Müttern von Opfern der Militärdiktatur (1976-1983). Ihre Tochter mitsamt Ehemann und Enkelin war im Jahr 1978 im Exil in Uruguay bei einer länderübergreifenden Aktion der lateinamerikanischen Militärdiktaturen entführt worden. Pavón war die erste Großmutter, die im Jahr 1983 ihre entführte Enkelin wiederfand und 1984 per Gericht die Rückgabe erkämpfen könnte.

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Ab 1977 protestierten Frauen mit weißen Kopftüchern in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires auf dem zentralen Platz Plaza de Mayo vor dem Regierungsgebäude, um die Freilassung ihrer Kinder, Enkel und anderen Angehörigen zu fordern. Während der Diktatur wurden in Argentinien nach offiziellen Zahlen mehr als 10.000 Menschen entführt oder ermordet. Kinder von inhaftierten Oppositionellen wurden von der Diktatur bei regimetreuen Familien platziert. Bis heute suchen Großmütter nach ihren verlorenen Enkeln.

Nach dem Ende der Diktatur zerstritten sich die „Großmütter“. Pavón gründete im Jahr 1996 mit weiteren Frauen die Vereinigung Anahí, die nach der entführten und verschwundenen Enkelin der ersten Präsidentin der Vereinigung, Maria Chorobik de Mariani, benannt ist. Derzeit protestieren die „Großmütter“ gegen die Politik des rechtlibertären Präsidenten Javier Milei.