Studie: Rechtsextreme Jugendgruppen werben mit Gemeinschaftsgefühl

Studie: Rechtsextreme Jugendgruppen werben mit Gemeinschaftsgefühl
Viele rechte Jugendgruppierungen sind im Internet sehr aktiv. Eine neue Studie wertet aus, wie sie auf Instagram gezielt um Mitglieder werben.

Erfurt (epd). Rechtsextreme Jugendgruppen werben auf Instagram laut einer Studie vor allem mit Gemeinschaft und Freizeitaktionen. Dabei werde nur selten direkt zu Gewalt aufgerufen, wie es in einer am Donnerstag im Online-Magazin „Machine Against the Rage“ veröffentlichten Analyse des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena heißt. In Zusammenarbeit mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz seien zwischen Januar 2024 und Ende August 2026 insgesamt 27.000 Posts von 419 Konten ausgewertet worden.

Digitale Plattformen spielten eine wichtige Rolle für die Vernetzung rechtsextremer Jugendgruppen, hieß es. In 26 Prozent der untersuchten Beiträge sei dazu aufgerufen worden, sich einer Gruppe anzuschließen. Zehn Prozent der Beiträge seien mit der Bitte um Online-Unterstützung und fünf Prozent mit Protestaufrufen verbunden gewesen.

Ballung rechter Gruppen in Sachsen

Auch Abwertung ist laut den Angaben Teil der Strategie einiger Gruppen. So enthielten 14 Prozent aller Postings rassistische Äußerungen. In drei Prozent würden Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität abgewertet. Die Gruppen agierten deutschlandweit. Eine Ballung gebe es jedoch mit 63 beobachteten Gruppen in Sachsen. Weitere regionale Schwerpunkte seien Berlin, Hamburg, Schwerin, Magdeburg, Erfurt, München, Essen und Köln.

Untersucht wurden den Angaben zufolge unter anderem Konten parteigebundener Jugendorganisationen wie Nationalrevolutionäre Jugend (Dritter Weg), Junge Nationalisten (Die Heimat) und Generation Deutschland (AfD). Auch neurechte Gruppen wie die Identitäre Bewegung seien ausgewertet worden.