Tierschutzbund: Bei Martinsfeuern auf verborgene Wildtiere achten

Tierschutzbund: Bei Martinsfeuern auf verborgene Wildtiere achten
Igel, Vögel und Mäuse nutzen Holz- und Reisighaufen als Winterquartier. Dafür sind die im November für die Martinsfeuer aufgeschichteten Haufen ideal. Vor dem Anzünden sollten sich die Tiere in Sicherheit bringen können, mahnen Tierschützer.

Bonn (epd). Vor den traditionellen Martinsfeuern rund um den 11. November warnt der Deutsche Tierschutzbund vor Gefahren für Wildtiere. „Die Tiere können in den für das Feuer aufgeschichteten Zweigen und Ästen Schutz gesucht haben“, erklärte die Tierschutzorganisation am Montag in Bonn. Igel, Vögel, Mäuse und andere Kleintiere nutzten Holz- und Reisighaufen als Winterquartier.

„Bereits länger liegende Haufen müssen vorher vorsichtig umgeschichtet werden, damit sich darin versteckte Tiere rechtzeitig in Sicherheit bringen können“, erklärte James Brückner, Leiter des Wildtierreferats beim Deutschen Tierschutzbund. Zudem regt der Verband an, statt des traditionellen Martinsgans-Essens auf pflanzliche Alternativen zu setzen und damit den Gedanken des Mitgefühls und der Nächstenliebe, für den Sankt Martin steht, auch auf Tiere auszuweiten.

Mitgefühl für Gänse

Die Haltung und Schlachtung von Gänsen könne problematisch sein, so der Bund weiter: „Insbesondere bei aus Polen oder Ungarn importiertem Gänsefleisch besteht das Risiko, dass die Tiere unter tierschutzwidrigen Bedingungen gehalten, für die Stopfleberproduktion zwangsgemästet oder lebend gerupft wurden.“ Zudem seien viele Tiere auf ein unnatürlich starkes Wachstum gezüchtet, was zu Knochenschäden und Schmerzen führen könne.

Der Martinstag erinnert an den im November 397 gestorbenen Bischof Martin von Tours, der Kranke geheilt haben soll und als Wohltäter gilt. Am 11. November jeden Jahres laden Gemeinden, Kindergärten und Schulen zum „Laternegehen“ oder zu Sankt-Martins-Umzügen ein. Der Legende nach teilte der heilige Martin - der wohl um das Jahr 316 in der Region des heutigen Ungarns geboren wurde - als junger römischer Soldat seinen Mantel mit einem frierenden Bettler.