Nairobi, Goma (epd). Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ prangert Einschränkungen in der Hilfe für Überlebende sexualisierter Gewalt im Ostkongo an. Ein Klima der Angst halte Betroffene davon ab, Unterstützung zu suchen, beklagte die Organisation am Montag mit Blick auf Vorgaben der M23-Rebellen, die weite Teile der Region kontrollieren. Die M23 hätten Anfang des Jahres Regeln erlassen, deren Auswirkungen sich nun zeigten. So hätten im August 40 Prozent weniger Menschen Hilfe in Anspruch genommen als noch im Januar.
Es gebe keine Hinweise, dass sich an der tatsächlichen Zahl der Fälle etwas geändert habe, betonte „Ärzte ohne Grenzen“. Die neuen Regelungen sähen aber etwa vor, dass nur noch Betroffene erfasst werden dürften, die sichtbare Zeichen von Gewalt davongetragen hätten. Das bedeute teils retraumatisierende Untersuchungen. Auch sei das Zeitfenster für den Anspruch auf Hilfe auf einen Zeitraum von 72 Stunden nach dem Übergriff eingeschränkt worden, Opfer müssten sich vor Behandlung bei der Polizei melden.
Drohungen gegen Ärzte
Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Partnerorganisationen hätten berichtet, dass ihnen mit Suspendierung oder sogar Haftstrafen gedroht wurde, sollten sie sich nicht an die Maßnahmen halten, erklärte „Ärzte ohne Grenzen“. Sexualisierte Gewalt wird in dem seit Jahrzehnten währenden, von unterschiedlichen Akteuren angefeuerten Konflikt im Ostkongo immer wieder gezielt als Kriegswaffe eingesetzt.
Die M23-Rebellen verwalten seit Anfang 2025 große Teile der Regionen Nord- und Süd-Kivu im Ostkongo. Sie kontrollieren dort etliche Rohstoffabbaugebiete, deren wertvolle Rohstoffe Experten zufolge über Ruanda exportiert und auf den Weltmarkt gebracht werden. Ruanda unterstützt die Rebellen laut UN-Untersuchungen finanziell und personell.




