Berlin (epd). Die Ausschreitungen rund um die „Gen Z regelt“-Proteste dürfen nach Ansicht des parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, die Anliegen junger Menschen nicht überschatten. Die Sorgen vor der eigenen Zukunft seien ernst zu nehmen, sagte Wiese der „Rheinischen Post“ (Montag). „Gerade bei der Frage von fehlender Chancen- und Bildungsgerechtigkeit muss die Politik handeln.“
Der SPD-Politiker forderte, das Aufstiegsversprechen der 1970er Jahre müsse erneuert werden. Die meisten jungen Menschen seien friedlich auf die Straße gegangen. Wo Proteste in Gewalt umschlügen, sei das klar zu verurteilen, „und ein konsequentes Durchgreifen ist dort der richtige Weg“. Dies dürfe aber „nicht die Anliegen der jungen Generation insgesamt verdecken, die friedlich zum Protest auf den Straßen waren“, betonte Wiese.
Zehntausende Menschen auf der Straße
Bei den „Gen Z regelt“-Protesten waren am Samstagnachmittag bundesweit Zehntausende Menschen für die Anliegen der jungen Generation auf die Straße gegangen. Aus einzelnen Städten wurden Zusammenstöße mit der Polizei gemeldet. Insbesondere in Frankfurt am Main eskalierte die Lage nach der Demonstration. In der Innenstadt wurden laut Polizei bei mehreren Geschäften Scheiben eingeschlagen, unter anderem bei einem Waffengeschäft. Einsatzkräfte seien mit Steinen, Flaschen und Böllern angegriffen worden.
Die Initiative „Gen Z regelt“ beklagt Missstände in der Bildung, soziale Ungerechtigkeiten und steigende Lebenshaltungskosten. Von Gewalt hatte sich die Initiative distanziert.



