Bischöfin Bammel mahnt mehr Verständnis für Gen Z an

Bischöfin Bammel mahnt mehr Verständnis für Gen Z an
Die braunschweigische Landesbischöfin Christina-Maria Bammel hat am Reformationstag vor gesellschaftlicher Trägheit gewarnt und Reformen im Bildungssystem gefordert. Zudem rief sie zu Wachsamkeit gegen Antisemitismus und zu mehr Zivilcourage auf.

Braunschweig (epd). Die braunschweigische Landesbischöfin Christina-Maria Bammel hat grundlegende Verbesserungen im Bildungswesen und mehr Unterstützung für engagierte Jugendliche angemahnt. Die Gesellschaft müsse die Sorgen der jüngeren Generation ernster nehmen, sagte Bammel am Samstag laut Predigttext zum Reformationstag.

„Uns muss die Ungeduld kümmern angesichts digitaler Einsamkeit und angesichts eines sanierungsbedürftigen Bildungssystems, wenn an manchem Schulgebäude der Putz auf die Schulbrote blättert und Lehrkräfte händeringend gesucht werden“, betonte die Bischöfin. Bei den Engagierten der sogenannten Generation Z gehe sie von „einer großen Vernunftkraft“ aus, die solidarischer mit älteren Generationen sei als gemeinhin angenommen.

Zugleich wandte sich Bammel entschieden gegen jede Form von Radikalisierung bei gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Gewalt würde jedes gute Anliegen korrumpieren. Dennoch dürfe eine junge, besorgte Generation einer „träge gewordenen Gesellschaft aufs Dach steigen“.

Sorge vor Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit

Eindringlich warnte Bammel vor zunehmenden Aggressionen gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland und einer Verdrängung der NS-Verbrechen. „Mich gruselt es dort, wo man träge bleibt gegenüber Antisemitismus“, unterstrich die Bischöfin. Sie habe große Angst um jüdische Menschen, die angegriffen würden, weil sie eine Synagoge besuchten oder an das Leid ihrer Familien erinnerten. Auch steige ihr „Angstpuls“ spürbar, wenn behauptet werde, das Gedenken an den Holocaust beanspruche zu viel Raum in der Öffentlichkeit.