Bildungsforscherin: Junge Menschen in Entscheidungen einbinden

Bildungsforscherin: Junge Menschen in Entscheidungen einbinden
Marode Schulen, zu wenig Investitionen und eine Politik für ältere Menschen: Die Bildungsforscherin Nina Kolleck findet den Frust junger Menschen nachvollziehbar. Die Politik müsse nun zuhören, damit sich eine Generation nicht vom System abwende.

Berlin (epd). Die Bildungsforscherin Nina Kolleck hat angesichts der bundesweiten Jugendproteste gefordert, junge Menschen in Entscheidungsprozesse einzubinden. Sonst drohe, dass sich die junge Generation wie in den 1960er Jahren ganz vom System und Institutionen abwendet, sagte Kolleck am Samstag im RBB-Inforadio. Ein entstehendes Vakuum würden populistische Parteien aufgreifen.

Die Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam erklärte, der Frust bei jungen Menschen sitze tief. Seit Jahrzehnten seien Schulen marode und es werde zu wenig investiert. „Es wird so der Anschein erweckt, dass es hier eine Politik für die Alten gibt, aber nicht für die Jungen“, sagte Kolleck. Als Beispiel nannte sie etwa den Klimawandel, dessen Auswirkungen insbesondere junge Menschen treffe.

Proteste in mehr als 30 Städten

Bundesweit planten junge Menschen am Samstag in Anlehnung an die französischen Schülerproteste für ihre Anliegen auf die Straße zu gehen. Zu den Versammlungen in mehr als 30 Städten hat die Initiative „Gen Z regelt“ aufgerufen. Sie beklagt Missstände in der Bildung, soziale Ungerechtigkeiten, steigende Lebenshaltungskosten und spricht sich gegen Militarisierung aus. Allein in Berlin erwartete die Polizei 10.000 Teilnehmende.