Ökonom Edenhofer wirbt für realistischen Blick auf Klimakonferenz

Ökonom Edenhofer wirbt für realistischen Blick auf Klimakonferenz
In rund einer Woche beginnt die 31. Weltklimakonferenz in Antalya. Mit einem großen Durchbruch rechnet der Ökonom Edenhofer nicht. Trotzdem seien solche Treffen wichtig.

Köln (epd). Der Ökonom Ottmar Edenhofer plädiert mit Blick auf die 31. Weltklimakonferenz in der Türkei für eine realistische Erwartungshaltung. Die Klimakonferenzen seien „nicht das Forum, wo dann die ganz großen Durchbrüche verkündet werden“, sagte Edenhofer im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Trotzdem sind die jährlich stattfindenden Gipfel aus Sicht des Direktors des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung ein wichtiges Forum. Dort treffe sich die Weltgemeinschaft. „Und das ist in Zeiten von geopolitischen Verwerfungen nicht ganz unwichtig, dass da zumindest gesprochen wird“, unterstrich Edenhofer.

Die Weltklimakonferenz, im Fachjargon COP 31 genannt, beginnt am 9. November im türkischen Antalya. Bis zum 20. November beraten Delegierte aus knapp 200 Staaten über das weitere Vorgehen im Umgang mit der Klimakrise.

„Im Kern sind alle Fragen ausverhandelt“

Edenhofer plädierte dafür, sich die Frage zu stellen, wie ein sinnvoller Beitrag zur Umsetzung bereits bestehender Ziele geleistet werden kann. Dass sich die Mehrheit der Staaten auf Umsetzungspläne einige, „das, glaube ich, wird nicht funktionieren“, sagte er. Benötigt werde „so eine Art Minilateralismus“, bei dem Staaten, die die gleichen Interessen hätten, gangbare Wege eruierten.

„Im Kern sind alle Fragen ausverhandelt“, sagte Edenhofer. Es gehe nun darum, tatsächlich zu Kooperationszusammenschlüssen zu kommen.

Mit Blick auf das sogenannte Elektrifizierungsziel, das vom Gastgeber Türkei vorgeschlagen wurde, wies Edenhofer auf offene Fragen hin. Unklar sei etwa, ob es nur aus CO2-freien Quellen erbracht werden solle. Auch die Finanzierung sei „völlig ungeklärt“. Der Vorschlag sieht vor, 35 Prozent des globalen Energieverbrauchs bis 2035 über Strom zu regeln.