Fehrs wirbt für Toleranz bei Fehlern im Alltag und in der Politik

Fehrs wirbt für Toleranz bei Fehlern im Alltag und in der Politik
Zum Reformationstag ruft die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, zum verzeihenden Umgang mit Fehlern auf. Die Erkenntnis, auf Gottes Gnade vertrauen zu dürfen, eröffne einen anderen Umgang mit Unzulänglichkeiten

Hannover (epd). Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, ruft zum Reformationstag zu mehr Toleranz gegenüber Fehlern auf. „Wir brauchen im Alltag wie in der Politik mehr Mut, Fehler einzugestehen, und mehr Großzügigkeit gegenüber Menschen, die das tun“, erklärte die Hamburger Bischöfin am Donnerstag in Hannover. Eine Gesellschaft, die keine Fehler verzeihe, nehme sich selbst die Chance zum Dazulernen.

Die reformatorische Erkenntnis, dass der Mensch auf Gottes Gnade vertrauen dürfe, eröffne einen anderen Umgang mit den eigenen Unzulänglichkeiten, sagte Fehrs. Es gebe immer die Möglichkeit, neu anzufangen. Der Reformationstag erinnere daran, dass der Mensch seinen Wert nicht erst beweisen müsse. Jeder Mensch sei von Gott geliebt und mit einer Würde ausgestattet, die ihm niemand nehmen könne. „Das ist eine unglaublich befreiende Botschaft - gerade in einer Zeit, in der so viele Menschen unter dem Druck stehen, immer alles richtig machen zu müssen“, sagte die Theologin.

Feiertag in neun Bundesländern

Der Reformationstag am 31. Oktober erinnert an die Anfänge der Evangelischen Kirche. Um den 31. Oktober 1517 herum verbreitete der damalige Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) 95 Thesen gegen kirchliche Missstände, dies wurde zum Ausgang einer christlichen Erneuerungsbewegung. Der Reformationstag ist in allen ostdeutschen Bundesländern außer Berlin gesetzlicher Feiertag. 2018 haben außerdem die norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein den Reformationstag zum Feiertag erklärt.