Präses Latzel: Hass und Ausgrenzung entgegentreten

Präses Latzel: Hass und Ausgrenzung entgegentreten
Zum Reformationstag betont der rheinische Präses Latzel die Bedeutung von Freiheit und Gemeinschaft. Er rief dazu auf, Ausgrenzung zu widersprechen und sich für Frieden, Bildung und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

Düsseldorf (epd). Der rheinische Präses Thorsten Latzel ruft zum Reformationstag dazu auf, Hass und Ausgrenzung entgegenzutreten. In Zeiten von Krieg, wachsendem Extremismus und Druck auf die Demokratie sei klar: „All das ist mit unserem Glauben nicht zu vereinen“, erklärte der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche im Rheinland am Mittwoch in Düsseldorf. Stattdessen rief er dazu auf, aus christlicher Freiheit heraus Liebe, Gemeinschaft und Hoffnung zu leben. Am Reformationstag, dem 31. Oktober, feiern Protestanten die Anfänge der evangelischen Kirche durch Martin Luther.

Christliche Freiheit bedeutet Latzel zufolge, aus dem Glauben heraus zu lieben und zu hoffen - auch angesichts von Krieg, gesellschaftlicher Verunsicherung und rassistischen Parolen. Diese Freiheit zeige sich ganz konkret im Alltag: wenn Menschen bei Mobbing und Ausgrenzung widersprächen, anderen bei ihren Sorgen zuhörten und sich für Frieden, Bildung und die Bewahrung der Schöpfung einsetzten. Der rheinische Präses rief dazu auf, „Hoffnung leben, wo andere schwarzmalen“. Das habe nichts mit naivem Optimismus zu tun, sondern sehr viel mit innerer Widerstandskraft.

Evangelische Selbstbesinnung

Um den 31. Oktober 1517 verbreitete der damalige Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) von Wittenberg aus 95 Thesen gegen kirchliche Missstände. Diese wurden zum Ausgang einer christlichen Erneuerungsbewegung. Der Reformationstag wird als Gelegenheit zur evangelischen Selbstbesinnung verstanden. Das Datum ist in neun Bundesländern ein Feiertag, vor allem im Osten und Norden.