Studie: Mehr Väter zahlen nach Reform Unterhalt

Studie: Mehr Väter zahlen nach Reform Unterhalt
Seit einer 2017 beschlossenen Reform zahlen mehr von ihren Kindern getrennt lebende Väter den gesetzlich vorgesehenen Unterhalt. Der positive Trend ist laut einer neuen Studie eine Folge des erweiterten Anspruchs auf staatlichen Unterhaltsvorschuss.

Wiesbaden (epd). Der erweiterte Anspruch auf staatliche Unterhaltsvorschuss-Zahlungen hat dazu geführt, dass mehr Väter von sich aus für den Lebensunterhalt ihrer Kinder zahlen. Deren Anteil sei seit der 2017 beschlossenen Reform von 37 auf 42 Prozent angestiegen, lautet das Ergebnis einer am Mittwoch vorgestellten Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden. „Man hätte erwarten können, dass sich Väter zurücklehnen, sobald es die Möglichkeit gab, dass der Staat einspringt“, erklärte eine der Autorinnen der Studie, Elena Ziege. Tatsächlich sei das Gegenteil eingetreten.

Mit der Reform war der Kreis der Anspruchsberechtigten deutlich ausgeweitet worden. Alleinerziehende können seither auch für ältere Kinder bis zum 18. Lebensjahr Unterhaltsvorschuss beantragen. Die staatliche Sozialleistung wird gewährt, wenn der andere Elternteil den gesetzlich vorgesehenen Unterhalt nicht zahlen kann oder will. Mütter machen rund 82 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland aus. Vielfach leben sie in wirtschaftlich prekären Verhältnissen.

Mehr Geld für Lebensmittel, Bücher, Spielzeug

Offensichtlich wurden Väter mit dem Übergang des gesetzlichen Unterhaltsanspruchs auf den Staat stärker für ihre Zahlungspflicht sensibilisiert, hieß es zur Begründung in der Studie.

Die Reform habe zudem die finanzielle Situation der Alleinerziehenden und ihrer Kinder spürbar verbessert, so ein weiteres Fazit der Studie. Sie konnten nachweislich mehr für Lebensmittel, Bücher, Spielzeug oder Nachhilfe ausgeben. Dies zeige sich in den fünf Jahren nach der Reform.

Aktuelle Reformpläne der Bundesregierung sehen vor, die Ansprüche auf staatlichen Unterhaltsvorschuss wieder zu kürzen. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will die Altersgrenze auf Kinder unter 16 Jahren herabsetzen und begründet dies mit den insgesamt zu hohen Ausgaben.