Humanitäre Geste für noch lebende polnische NS-Opfer gefordert

Humanitäre Geste für noch lebende polnische NS-Opfer gefordert
In Polen leben noch immer zehntausende Opfer des deutschen Vernichtungskrieges und der Besatzung von 1939 bis 1945. Der Bundesverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaften fordert jetzt eine "humanitäre Geste" gegenüber den Überlebenden.

Berlin (epd). Der Bundesverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaften fordert, im Bundeshaushalt 2027 Mittel für eine „humanitäre Geste“ gegenüber noch lebenden polnischen NS-Opfern vorzusehen. Die Bundesregierung müsse ihrer historischen Verantwortung gerecht werden und die notwendigen Mittel im weiteren Haushaltsverfahren bereitstellen, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU).

Dem Appell zufolge leben schätzungsweise noch bis zu 50.000 polnische Opfer des deutschen Vernichtungskrieges und der deutschen Besatzung von 1939 bis 1945. Dazu zählen auch Überlebende der NS-Zwangsarbeit. „Jeden Tag sterben weitere dieser hochbetagten Überlebenden“, heißt es darin. Es liege jetzt in Deutschlands Verantwortung, diesen Menschen, die unter deutscher Besatzung und NS-Verfolgung gelitten hätten, einen Lebensabend in Würde zu ermöglichen.

„Herbe Enttäuschung“

Im Juli 2024 seien sich die damalige Bundesregierung und die polnische Regierung in der Frage einer „humanitären Geste“ Deutschlands gegenüber noch lebenden Opfern des NS-Regimes schon recht nahegekommen. „Dass die jetzige Bundesregierung in ihrem Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 keinerlei Mittel für eine solche 'humanitäre Geste' bereitgestellt hat, ist für uns eine herbe Enttäuschung“, so die Unterzeichner aus Politik und Zivilgesellschaft.