Medienberichte: Flávio Bolsonaro in die USA geflohen

Medienberichte: Flávio Bolsonaro in die USA geflohen
Der bei der brasilianischen Präsidentschaftswahl unterlegene Kandidat Flávio Bolsonaro soll in die USA geflohen sein.

Salvador da Bahia (epd). Flávio Bolsonaro hat Medienberichten zufolge nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien das Land verlassen. Er sei bereits in den USA angekommen, berichteten am Dienstag (Orstzeit) übereinstimmend brasilianische Medien wie die Tageszeitung „Folha de São Paulo“ und der Fernsehsender Globo TV. Sämtliche angegebene Quellen bleiben allerdings anonym.

Aus den USA verlauteten Diplomaten und Angehörige der Regierung, Flávio Bolsonaro werde ein Aufenthaltsvisum erhalten. US-Präsident Donald Trump hatte die Wahl in Brasilien als „manipuliert“ und „korrupt“ bezeichnet, ohne dafür Beweise vorzulegen oder konkret Position für einen der Kandidaten zu beziehen. Der bei der Abstimmung am Sonntag im Amt bestätigte brasilianische Präsident Luíz Inácio Lula da Silva kommentierte die Flucht seines unterlegenen Herausforderers mit den Worten: „Ich stelle mir nur die Schuldgefühle desjenigen vor, der nach einer Wahlniederlage aus seinem Land flieht.“

Verdacht auf Geldwäsche

Das Oberste Bundesgericht hatte entschieden, dass Bolsonaro seine Pässe abgeben muss und das Land nicht verlassen darf. Hintergrund war ein Verdacht auf Geldwäsche im Zusammenhang mit Wettplattformen. Der 45 Jahre alte Sohn des ultrarechten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro genoss als Senator Immunität. Diesen Schutz vor Strafverfolgung verliert er jedoch zum Jahreswechsel, wenn er zum ersten Mal in 24 Jahren kein politisches Amt mehr bekleidet.