Berchtesgaden, München (epd). Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) will für das abgebrannte, von den Nationalsozialisten errichtete Kehlsteinhaus in Berchtesgaden zügig ein Konzept zum Wiederaufbau entwickeln. „Wir wollen das Kehlsteinhaus als Zeugnis der Geschichte und Ort der Aufklärung für kommende Generationen erhalten“, sagte Blume am Montag in München. Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden war am Freitag durch ein Feuer weitgehend zerstört worden.
Blume erklärte, gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Staatlichen Bauamt Traunstein werde „mit Hochdruck“ daran gearbeitet, die Schäden zu erfassen und zu sichern, was von der historischen Originalsubstanz noch erhalten ist. Auf dieser Grundlage soll der Wiederaufbau geplant werden. Dazu werde eine Expertenkommission mit Fachleuten aus Denkmalpflege, Baufachwesen und Erinnerungskultur eingesetzt.
Repräsentationsbau des NS-Regimes
Das Kehlsteinhaus sei als Repräsentationsbau des NS-Regimes errichtet worden und untrennbar mit der nationalsozialistischen Herrschaft verbunden: „Ein Wiederaufbau muss dieser historischen Verantwortung gerecht werden.“ Das Gebäude war in der NS-Zeit Teil des Führersperrgebietes Obersalzberg und lag etwa sechs Kilometer vom Berghof Adolf Hitlers entfernt. Das denkmalgeschützte Teehaus auf dem Kehlstein war 1937/38 als Ausflugsziel für Hitler gebaut und seit 1952 als Berggaststätte genutzt worden.
Ein 33-jähriger Mann steht laut Polizei unter dringendem Tatverdacht, den Brand gelegt zu haben. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Wochenende bereits einen Wiederaufbau in Aussicht gestellt.




