Rom (epd). Papst Leo XIV. hat die Gläubigen dazu aufgerufen, am Dienstag gemeinsam für den Frieden zu beten. „Nie zuvor war so deutlich wie heute, dass Kriege nicht nur Tod und Zerstörung säen, sondern die Welt auch verarmen lassen und ihr Schaden zufügen“, sagte der Papst am Sonntag nach dem Angelusgebet, das er vom Fenster des apostolischen Palastes aus hielt.
Anlass zum Gebetsaufruf ist das interreligiöse Treffen „Pace disarmata e disarmante“ (Entwaffneter und entwaffnender Frieden) in Assisi, das am Sonntag begonnen hat und bis Dienstag dauert. Leos Teilnahme an dem Treffen war am Freitag vom Vatikan offiziell abgesagt worden.
Ärzte rieten Papst von Assisi-Reise ab
Die Ärzte hatten dem Oberhaupt der katholischen Kirche geraten, so kurz nach seiner Lungenoperation auf die Reise mit dem Hubschrauber zu verzichten. Ihm waren am 13. Oktober in der Gemelli-Klinik in Rom ein bösartiger Tumor und ein Teil des rechten Lungenflügels entfernt worden. Wie die Ärzte mitteilten, hat der Krebs nicht gestreut, eine weitere Behandlung sei daher nicht notwendig.
Der Vatikan kündigte an, Papst Leo werde den Teilnehmenden des Friedenstreffens eine Botschaft der Verbundenheit übermitteln. Zu dem Welttreffen in Assisi werden mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet, darunter rund 380 Persönlichkeiten aus Religion, Kultur und Politik aus mehr als 50 Staaten.
Erster Weltgebetstag für den Frieden vor 40 Jahren einberufen
Papst Johannes Paul II. hatte 1986 den ersten Weltgebetstag für den Frieden einberufen. 40 Jahre später sei diese Friedensbitte wieder besonders dringlich geworden, erklärte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, am Sonntag anlässlich des Jahrestages.
„Brutale Angriffskriege sind auf die Bühne der Weltpolitik zurückgekehrt, bewaffnete Konflikte nehmen zu. Und allzu oft wird auch der Name Gottes als Rechtfertigung für Gewalt missbraucht“, sagte Wilmer. Dem müssten gläubige Menschen entschieden entgegentreten. „Nur wer im Inneren abrüstet, kann auch nach außen hin die Logik der Gewalt durchbrechen.“ Wilmer wird nicht persönlich an dem Treffen in Assisi teilnehmen.




