Bentz: Lage im Gaza-Streifen ist weiterhin katastrophal

Bentz: Lage im Gaza-Streifen ist weiterhin katastrophal
Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz war gerade in Israel und hat sich auch über die Lage im Gaza-Streifen informiert. Die Versorgung mit humanitärer Hilfe sei immer noch mangelhaft.
25.10.2026
epd
epd-Gespräch: Franziska Hein

Paderborn (epd). Rund ein Jahr nach der vereinbarten Waffenruhe im Gaza-Krieg ist die Lage im Gaza-Streifen nach den Worten des Paderborner Erzbischofs Udo Markus Bentz von großer Not geprägt. Benötigte Hilfslieferungen würden immer noch nicht ausreichend zugelassen, überlebenswichtige Güter seien kaum bezahlbar, sagte Bentz dem Evangelischen Pressedienst (epd) nach der Rückkehr von einer Reise nach Israel.

Auf der Basis von Gesprächen mit Vertretern des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem berichtete Bentz „von einer weiterhin katastrophalen humanitären Situation“. Nun stehe zudem der Winter bevor.

Waffenruhe gilt seit Oktober 2025

Seit Oktober 2025 gilt formal eine Waffenruhe für den Gaza-Streifen. Der 20-Punkte-Plan, der mithilfe von US-Präsident Donald Trump vereinbart worden war, ist bislang noch nicht umgesetzt, dazu zählt etwa eine Entwaffnung der Terrororganisation Hamas und der Rückzug des israelischen Militärs aus dem Gebiet am Mittelmeer.

Bentz sagte, es sei ein starkes Zeugnis, wie die Christen vor Ort ausharrten und wie die Priester und Ordensschwestern weiter bei der kleinen katholischen Gemeinde in Gaza-Stadt präsent seien. Sie stünden mit Unterstützung des Lateinischen Patriarchats mit Lebensmitteln, medizinischen und schulischen Hilfsangeboten den Menschen bei.

Gespräch mit Geiselopfer in Kibbuz

Als Auslöser für das Elend der Menschen dürfe man jedoch den Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 nicht ausblenden, sagte Bentz, der nach eigenen Angaben auch den Kibbuz Nir Oz besuchte, der am 7. Oktober 2023 überfallen worden war. Dort habe er mit dem 83-jährigen Gadi Moses gesprochen, der die Hamas-Geiselhaft überlebt hat.

„Man steht inmitten der Brandruinen, sieht die Einschusslöcher der Terroristen, hört, mit welcher barbarischer Gewalt und welchem Hass Menschen ermordet wurden“, sagte Bentz. Von 400 Bewohnern seien mehr als 100 umgekommen. „Das macht sprachlos. Mit welchem Schicksal haben die Überlebenden auf israelischer Seite zu kämpfen?“, sagte Bentz.

Im Gespräch mit dem Überlebenden Gadi Moses habe ihn besonders dessen Gedanke bewegt, nicht nur über Hoffnung für die Zukunft zu sprechen, sondern Hoffnung vor allem als Tu-Wort zu verstehen und folglich hoffend zu handeln. Gadi Moses habe zudem betont, dass es eine Zukunft nur geben könne, wenn beide Völker verstanden haben, dass es hier auch künftig beide geben müsse.