Hamburg (epd). Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband warnt davor, Krankenkassen die Einsicht in elektronische Patientenakten (ePA) zu erlauben. „Das wäre ein Dammbruch und würde das Vertrauen der Menschen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter schwächen“, sagte Verbandschef Markus Blumenthal-Beier dem Magazin „Der Spiegel“ (Freitag).
Er habe nicht den Eindruck, dass den politisch Verantwortlichen klar sei, welche Tür sie damit öffneten, sagte der Verbandschef. Im Kabinettsbeschluss zum Digitalgesetz heiße es zwar, dass Patienten zustimmen müssen, damit Kassen die ePA auswerten dürfen. Doch die Hausärzte zweifeln daran, wie transparent und unabhängig eine solche Zustimmung sein könne. „Ein Hinweis, der sich irgendwo in den AGBs versteckt, darf kein Freifahrtschein sein, um in die intimsten Daten der Patienten zu schauen.“
Warnung vor mehr Einfluss der Kassen
Die Regierung konterkariere so ihre Beteuerungen, dass niemand außer Patienten und Ärzten in die ePA schauen dürfe, sagte Blumenthal-Beier. Er warnte davor, den Kassen immer mehr Einfluss auf die medizinische Versorgung zu geben. Sie dürften auf keinen Fall „die Möglichkeit erhalten, Patientendaten zu analysieren, Profile zu erstellen und die Patienten direkt anzusprechen“.




